Nach Tagen der Stille meldete sich nun ein enger Wegbegleiter von Christopher Seiler zu Wort. Musiker und Schriftsteller Ernst Molden bezog öffentlich Stellung zu den schweren Vorwürfen gegen den Austropop-Star.
In einem Facebook-Posting schilderte Molden seine Sicht auf die Ereignisse - und sparte nicht mit deutlichen Aussagen. "Die Frau hat ihn völlig zu Recht angezeigt. Er hat sowohl bei der Einvernahme als auch uns gegenüber alles zugegeben und sich entschuldigt", schreibt er. Den Vorfall bezeichnet er als "furchtbar".
Demnach soll sich der Übergriff nach gemeinsamen Dreh-Arbeiten in Wien ereignet haben. "Nach einem Videodreh im Wiener Prater für unsere gemeinsame Band hat Christopher einen Übergriff begangen, gegenüber einer Frau, die er gegen ihren Willen zum Konsum von Kokain nötigen wollte", schreibt Molden.
Er finde das Verhalten seines Kollegen "unentschuldbar, mag es auch von Substanzen befördert worden sein. Ich hasse solches Verhalten generell, und ich hoffe an allererster Stelle, dass die betroffene Frau sich davon erholen und heilen kann." Der Musiker stellte aber auch klar, dass Seiler sein Freund sei.
"Über vier jahre, zwei Plattenaufnahmen und hundert Konzerte habe ich ihn als großzügigen, freundlichen und liebenswerten Menschen kennengelernt. Unseren Bandkolleginnen, dem Frauenorchester, ist es meines Wissens ebenso gegangen. Umso erschrockener, enttäuschter, fassungsloser waren wir jetzt alle", heißt es in dem Facebook-Posting.
Molden habe mehrfach mit Christopher Seiler gesprochen. "Ich habe ihm gesagt, dass ich ihm sein Bereuen glaube, mir dennoch von ihm wünsche, dass er sein Leben ordnet und das gschissene Gift darin los wird. Er hat es mir versprochen, und ich glaube ihm auch das", so der Musiker.
Die Tat und der "mediale Sturm drumherum" würden aber zu ein paar Veränderungen in den gemeinamen Plänen führen. Ein gemeinsames Album, das bereits fertiggestellt sei und Ende April erscheinen hätte sollen, wird vorerst nicht veröffentlicht.
Molden erklärt auf Facebook: "Wir wollen es nicht in dieser im Augenblick tobenden öffentlichen Schlacht herausbringen, wo in der Hitze des Gefechts alles verzerrt wird. Wir wollen Zeit vergehen lassen und Entwicklungen beobachten." Geplante Konzerte will er vorerst ohne Seiler spielen.
Die Ermittlungen gegen Seiler laufen seit Mitte März, nachdem eine Frau Anzeige erstattet hatte. Der Musiker selbst äußerte sich bereits öffentlich und sprach von "unentschuldbaren Verhalten". "Man geht zu keiner Person, egal in welchem Zustand, nimmt sie so und schmiert ihr dann Kokain auf die Lippen."
Christopher Seiler betont in dem Video auch, die Konsequenzen tragen zu wollen: "Halte ich den Kopf hin für die Strafe? Absolut. Gehört alles mir." Er geniere sich absolut und es tue ihm "von Herzen leid. Das hat mit Vorbild-Sein nichts zu tun."
Für Christopher Seiler gilt die Unschuldsvermutung.