Der Vormittag zieht sich, das Mittagessen ist noch weit entfernt und plötzlich meldet sich der kleine Hunger. Also schnell ein Griff in die Snacklade. Was früher die Ausnahme war, gehört für viele längst zum Alltag. Statt drei fixer Mahlzeiten wird über den Tag verteilt gegessen. Doch ist dieses ständige Snacken wirklich so schlecht wie sein Ruf?
Die Wissenschaft liefert darauf keine einfache Antwort. Denn ob Zwischenmahlzeiten dem Körper guttun oder schaden, hängt von mehreren Faktoren ab: Was landet auf dem Teller, wie viel wird gegessen und zu welcher Uhrzeit? Ein Apfel zwischen zwei Terminen ist schließlich etwas anderes als die dritte Packung Kekse am Nachmittag. Auch der persönliche Tagesrhythmus und die gesamte Ernährung spielen eine Rolle.
Besonders spannend sind die Ergebnisse einer britischen Untersuchung: Wer vormittags snackte, griff häufiger zu nährstoffreicheren Lebensmitteln und nahm dabei tendenziell weniger Kalorien auf.
Anders sah es spätabends aus: Snacks nach 21 Uhr waren mit ungünstigeren Gesundheitswerten verbunden. Das bedeutet allerdings nicht, dass ein später Snack automatisch krank macht. Die Studie zeigt einen Zusammenhang, keinen eindeutigen Beweis für Ursache und Wirkung.
Auch beim Körpergewicht ist die Antwort komplizierter als gedacht. Bei Kindern und Jugendlichen kann häufiges Snacken die tägliche Kalorienaufnahme erhöhen und Übergewicht begünstigen. Bei Erwachsenen ist die Studienlage dagegen uneinheitlich. Entscheidend ist vor allem, ob die zusätzlichen Häppchen den täglichen Energiebedarf dauerhaft überschreiten. Wer ständig nebenbei isst, verliert außerdem leichter den Überblick darüber, wie viel im Laufe des Tages zusammenkommt.
Die gute Nachricht: Niemand muss sich den kleinen Hunger zwischendurch verbieten. Viel wichtiger ist, womit man ihn stillt. Gemüsesticks mit Hummus, Naturjoghurt, ein Apfel mit etwas Nussmus oder eine kleine Handvoll Nüsse liefern wertvolle Nährstoffe und machen oft länger satt als Süßigkeiten.