Unser Körper ist ein echtes Anpassungswunder. Wenn du monatelang immer die gleiche Trainingsroutine durchziehst, wird dein Körper immer effizienter. Die Bewegungen laufen wie geschmiert, du brauchst weniger Energie – und damit bleibt auch der Trainingsreiz auf der Strecke.
Das heißt aber nicht, dass du jede Woche alles komplett umkrempeln musst. Tausch zum Beispiel einmal die Langhantel gegen Kurzhanteln, probier andere Reihenfolgen bei den Übungen aus oder spiel mit der Zahl der Wiederholungen. Auch wenn du die Übungen langsamer ausführst oder bewusst Pausen am Wendepunkt einbaust, gibst du deinem Körper neue Reize.
Oft reicht es schon, Kleinigkeiten zu ändern, damit dein System wieder gefordert ist. Dein Körper wächst nicht durch Gewohnheit – sondern durch das, was neu ist.
Progressive Overload ist Pflicht
Ohne Steigerung gibt es keinen Fortschritt. Das klingt einfach, wird aber oft vergessen. Viele trainieren monatelang mit denselben Gewichten und Wiederholungen und wundern sich dann, warum nichts weitergeht.
Progressive Overload heißt: Du musst den Trainingsreiz gezielt erhöhen. Das geht mit mehr Gewicht, aber auch mit mehr Wiederholungen, zusätzlichen Sätzen oder kürzeren Pausen. Sogar eine langsamere, kontrollierte Bewegung macht das Training intensiver.
Wichtig ist, dass du deinen Fortschritt aufzeichnest. Ein Trainingstagebuch – egal ob am Handy oder ganz klassisch auf Papier – zeigt dir, ob du wirklich besser wirst. Wenn du siehst, dass du dich Woche für Woche steigerst, bekommst du Schwung. Und genau dieser Schwung hilft dir, Plateaus zu überwinden.
Trainiere gezielt deine Schwächen
Viele stecken ihre Energie lieber in Übungen, die ihnen leicht fallen. Bankdrücken läuft super? Wird gemacht. Kniebeugen gehen gut? Noch mehr davon.
Aber Plateaus entstehen oft dort, wo wir unsere Schwächen einfach ignorieren. Vielleicht kommst du beim Kreuzheben nicht weiter, weil dir die Griffkraft fehlt. Oder deine Kniebeuge stockt, weil dein Rumpf zu wenig stabil ist.
Da hilft nur Ehrlichkeit: Wo verlierst du die Technik? In welchem Abschnitt der Bewegung bist du unsicher? Welche Muskeln sind im Vergleich schwächer?
Wenn du genau an diesen Schwachstellen arbeitest, stärkst du das Fundament für deine großen Übungen. Und ein starkes Fundament trägt mehr Gewicht.
Plane dein Training in Phasen
Wer das ganze Jahr über immer gleich trainiert, riskiert, auszubrennen oder stehenzubleiben. Daher ist es wichtig, das Training in verschiedene Phasen einzuteilen.
Das heißt: Du kannst zum Beispiel ein paar Wochen auf Muskelaufbau mit mittleren Gewichten und mehr Wiederholungen setzen, dann eine Phase mit schweren Gewichten und weniger Wiederholungen einbauen und danach eine Woche zur Erholung einplanen.
Diese Struktur schont nicht nur dein Nervensystem, sondern bringt auch Abwechslung in den Kopf. Du trainierst nicht mehr auf Autopilot, sondern hast einen klaren Plan. Genau diese Planung macht den Unterschied zwischen ehrgeizigen Sportlern und Gelegenheitstrainierenden.
Ein Plateau heißt oft nicht, dass du zu wenig Gas gibst – sondern dass die Struktur fehlt.
Optimiere deine Ernährung
So hart das klingt: Manchmal liegt das Problem nicht beim Training, sondern beim Essen. Wenn du Muskeln aufbauen willst, brauchst du genug Energie und Eiweiß. Willst du Körperfett verlieren, musst du ein Kaloriendefizit einhalten.
Viele unterschätzen, wie viel sie wirklich brauchen – oder überschätzen ihre Disziplin. Zwei Wochen lang alles aufschreiben, was du isst, kann die Augen öffnen. Vielleicht isst du weniger Eiweiß als gedacht. Oder deine Kalorien sind höher, als du glaubst.
Gerade Kohlenhydrate sind wichtig für deine Leistung beim Training. Isst du davon zu wenig, bist du wie mit angezogener Handbremse unterwegs. Fortschritt braucht nicht nur Willen, sondern auch den richtigen Treibstoff.
Schlaf und Regeneration haben Priorität
Deine Muskeln wachsen nicht beim Training, sondern danach – vor allem im Schlaf.
Wenn du regelmäßig zu wenig schläfst, steigt dein Stresspegel. Gleichzeitig werden weniger Wachstumshormone ausgeschüttet. Die Erholung dauert länger, die Leistung sinkt – und das Plateau wird hartnäckig.
Sieben bis neun Stunden Schlaf pro Nacht sind kein Luxus für Spitzensportler, sondern eine realistische Basis für alle, die es ernst meinen. Feste Schlafzeiten, ein dunkles Zimmer und kein Handy oder Fernseher kurz vorm Einschlafen helfen, dass du besser schläfst.
Setz dir neue, konkrete Ziele
Ein Plateau ist oft nicht nur körperlich, sondern auch im Kopf. Ohne Ziel verlierst du den Fokus – und ohne Fokus lässt die Intensität nach.
Statt dir nur zu wünschen, "fitter zu werden", helfen klare, messbare Ziele. Vielleicht willst du in drei Monaten zehn saubere Klimmzüge schaffen oder bei der Kniebeuge dein eigenes Körpergewicht stemmen. Ein klares Ziel gibt deinem Training Richtung.
Halte deine Fortschritte fest, feiere kleine Erfolge. Motivation kommt selten von selbst – sie entsteht, wenn du deine Entwicklung siehst.
Wenn weniger mehr ist
Zum Schluss ein Gedanke, der oft schwerfällt: Mehr Training ist nicht immer besser. Wenn du monatelang ohne Pause alles gibst, kann das Plateau auch ein Zeichen für Überlastung sein.
Anhaltende Müdigkeit, weniger Leistung oder schlechter Schlaf zeigen, dass dein Körper eine Pause braucht. Eine geplante Entlastungswoche mit weniger Training kann Wunder wirken. Danach fühlt sich alles oft wieder leichter und kräftiger an.