Tierischer Ratgeber

So schlimm kann sich Stress aufs Pferd auswirken

Der 13-jährige Wallach "Fürst Cordino Royal" weiß ganz genau, wie sich lang anhaltender Stress auswirken kann. Ob er immer in Reutte bleiben muss?
15.06.2026, 14:58
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Stress kann bei Pferden schwerwiegende gesundheitliche Probleme verursachen – darauf macht der Österreichische Tierschutzverein aufmerksam. Wie belastend anhaltender Stress für die Tiere sein kann, zeigt das Schicksal des 13-jährigen Wallachs "Fürst Cordino Royal", der derzeit in der Pferdeklappe in Reutte betreut wird.

Chronisches Magengeschwür

Der Rheinländer leidet an einem chronischen Magengeschwür, das immer wieder schmerzhafte Koliken auslöst. Laut Pferdeexpertin Nicole Mayrhofer könnten frühere Haltungsbedingungen zu seinen Problemen beigetragen haben. Cordino wurde über längere Zeit allein in einer Paddock-Box gehalten und hatte dadurch kaum Kontakt zu Artgenossen. Die Folgen seien bis heute spürbar: Der Wallach reagiere auf Veränderungen besonders sensibel und gerate schnell unter Stress. Zusätzlich kämpft er mit gesundheitlichen Problemen an den Fesseln. Dank intensiver Betreuung und medizinischer Versorgung erhole sich das Tier jedoch langsam.

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„Stallwechsel, neue Herdenmitglieder, die Trennung von Artgenossen, soziale Isolation, unregelmäßige Fütterungs- und Stallabläufe, Schmerzen oder überfordernde Trainingsreize können erheblichen Stress auslösen“
Nicole MayrhoferLeiterin, Pferdeklappe Reutte

Anfragen und weitere Informationen:

Telefonisch erreichbar ist das Team der Pferdeklappe von Montag bis Donnerstag,
08:00–12:00 Uhr unter 0662/843255 oder per Mail an [email protected].

Pferde gelten zwar als robust, reagieren als Herdentiere aber empfindlich auf Veränderungen. Stallwechsel, neue Gruppenmitglieder, soziale Isolation, unregelmäßige Fütterungszeiten, Schmerzen oder überforderndes Training. Auch die Stimmung des Menschen spiele eine Rolle, da Pferde Nervosität und Anspannung ihrer Bezugspersonen oft wahrnehmen.

Warnsignale früh erkennen

Stress macht sich häufig durch verändertes Verhalten bemerkbar. Erhöhte Wachsamkeit, Unruhe, verminderte Futteraufnahme, starkes Schwitzen, Muskelanspannung oder sozialer Rückzug zählen zu den ersten Anzeichen. Werden diese Warnsignale nicht erkannt, kann sich chronischer Stress entwickeln.

Der sanfte Riese hat permanente Koliken.
©ÖTV

Langfristige Belastungen wirken sich auf den gesamten Organismus aus. Sie schwächen das Immunsystem, beeinträchtigen die Lernfähigkeit und erhöhen das Risiko verschiedener Erkrankungen. Besonders Magen-Darm-Probleme stehen laut Experten häufig mit chronischem Stress in Zusammenhang. Studien weisen darauf hin, dass die Belastung die Entstehung von Magenschleimhautveränderungen und Magengeschwüren begünstigen kann.

Respekt und Geduld sind der Schlüssel

Um Stress vorzubeugen, empfehlen Fachleute ausreichend Bewegung, regelmäßigen Kontakt zu Artgenossen, eine bedarfsgerechte Fütterung sowie einen respektvollen Umgang mit den individuellen Grenzen des Pferdes. Ebenso wichtig sei es, Halter und Betreuungspersonen für die Anzeichen von Stress zu sensibilisieren.

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