Tierisches Geheimnis

Deshalb erfrieren Fische in der Antarktis nicht

Forscher haben entschlüsselt, wie Fische im eisigen Südpolarmeer überleben – dank Frostschutzproteinen und genetischer Tricks.
30.10.2026, 08:34
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Im Südpolarmeer sinken die Wassertemperaturen bis auf minus 1,9 Grad Celsius. Die meisten Fische würden in solch eisiger Umgebung sofort erfrieren – ihr Blut würde gefrieren, Eiskristalle würden die roten Blutkörperchen zum Platzen bringen.

Doch einige Arten haben sich perfekt an diese extremen Bedingungen angepasst. Eine neue Genomanalyse zeigt nun, wie der Antarktisraubfisch Harpagifer antarcticus das schafft.

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Wie das Wissenschaftsmagazin scinexx.de nach Angaben des Senckenberg Forschungsinstituts in Frankfurt berichtet, haben Forscher um Dr. Iliana Bista das Erbgut dieses Fisches neu entschlüsselt. Dabei kamen erstmals beide geerbten Erbgutfassungen (sogenannte Haplotypen) getrennt unter die Lupe.

Frostschutz im Blut

Die Fische besitzen spezielle Frostschutz-Glykoproteine, die das Wachstum von Eiskristallen hemmen. Diese Eiweiße lagern sich an kleine Eiskristalle an und bremsen deren Ausbreitung. Im Erbgut fanden die Forscher 16 bis 17 Kopien dieser wichtigen Frostschutzgene.

Größe macht den Unterschied

Besonders spannend: Die Länge der Frostschutzproteine unterscheidet sich deutlich. "Da größere Frostschutz-Eiweiße das Wachstum von Eiskristallen besonders wirksam hemmen können, könnten diese Unterschiede den Fischen helfen, sich an unterschiedliche Bedingungen in der Antarktis anzupassen", erklärt Dr. Iliana Bista.

Doch die Frostschutzproteine sind nur ein Teil des Erfolgsrezepts. Auch bewegliche DNA-Abschnitte sowie Veränderungen an Genen für den Zellschutz tragen zum Überleben in extremer Kälte bei. Die Evolution hat diesen Fischen also ein ganzes Arsenal an Tricks mitgegeben.

red, 30.10.2026, 08:34
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