Tierischer Ratgeber

Ab wann gehört die Schildkröte in den Kühlschrank?

Wenn es draußen kälter wird, beginnt für viele Landschildkröten die Vorbereitung auf die Winterstarre. Doch wann setzt man sie in den Kühlschrank?
18.10.2026, 07:02
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Für viele Schildkrötenhalter beginnt im Herbst eine besondere Zeit. Denn während sich andere Haustiere ein warmes Plätzchen suchen, brauchen manche Landschildkröten genau das Gegenteil: Kälte! Vor allem Griechische Landschildkröten und bestimmte Unterarten der Maurischen Landschildkröte halten eine mehrmonatige Winterstarre. Dabei fahren sie ihren Stoffwechsel drastisch herunter, bewegen sich kaum noch und nehmen keine Nahrung zu sich. Ein geeigneter Kühlschrank kann ihnen dafür ein sicheres Winterquartier bieten.

Ab November wird es ernst

In Österreich beginnt die eigentliche Winterstarre bei vielen mediterranen Landschildkröten zwischen Ende Oktober und Dezember. Häufig erfolgt die Überwinterung im Kühlschrank ab November. Ein fixes Datum gibt es allerdings nicht, denn entscheidend sind die jeweilige Schildkrötenart, die Temperaturen und die Vorbereitung des Tieres.

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Wichtig: Eine Schildkröte darf niemals direkt aus dem warmen Terrarium in den kalten Kühlschrank gesetzt werden!

Schon im Oktober werden viele Schildkröten zunehmend ruhiger, fressen weniger und ziehen sich häufiger zurück. Diese natürliche Vorbereitung kann mehrere Wochen dauern. Erst wenn die Tiere gesund sind, ihre Verdauung weitgehend abgeschlossen ist und sie schrittweise an niedrigere Temperaturen gewöhnt wurden, dürfen sie in ihr Winterquartier übersiedeln.

Warum muss die Schildkröte überhaupt in die Kälte?

Die Winterstarre gehört bei vielen europäischen Landschildkröten zum natürlichen Jahresrhythmus. In ihrer Heimat verbringen sie die kalten Monate geschützt im Boden, wo sie bei niedrigen Temperaturen kaum Energie verbrauchen. Ein Kühlschrank kann diese Bedingungen nachahmen. Bei etwa vier bis sechs Grad Celsius bleibt der Stoffwechsel stark reduziert. Anders als in vielen Kellern oder Garagen lassen sich die Temperaturen in einem geeigneten Gerät relativ konstant halten.

Allerdings sollte dafür ein eigener Kühlschrank verwendet werden, dessen Temperatur zuverlässig überwacht wird. Auch ausreichende Belüftung und ein geeignetes, leicht feuchtes Substrat sind notwendig.

Und wie lange?

Bei gesunden, erwachsenen mediterranen Landschildkröten dauert die Winterstarre häufig etwa drei bis vier Monate. Je nach Art, Alter und Gesundheitszustand kann die angemessene Dauer jedoch abweichen. Im Frühjahr werden die Tiere kontrolliert und schrittweise wieder aufgewärmt.

Was ist besser – Garten oder Kühlschrank?

Für gesunde mediterrane Landschildkröten kann ein frostsicheres, gegen Fressfeinde geschütztes Frühbeet mit ausreichend tiefem, lockerem Erdreich eine besonders naturnahe Lösung sein. Ein Thermostat, geeignete Frostschutzheizung und Temperaturfühler im Boden helfen, gefährliche Temperaturabfälle zu verhindern.

Ein Kühlschrank ist dagegen eine kontrollierbare Alternative, etwa wenn kein geeignetes Winterquartier im Freien vorhanden ist. Er ist aber keineswegs grundsätzlich die bessere oder natürlichere Methode.

Vor der Winterstarre empfiehlt sich unbedingt eine Untersuchung bei einem reptilienkundigen Tierarzt. Kranke oder geschwächte Tiere dürfen nicht ohne tierärztliche Abklärung eingewintert werden.

Fazit: Mitte Oktober ist für viele Schildkröten noch Vorbereitungszeit. Ab November kann der Kühlschrank zum Winterquartier werden – allerdings erst dann, wenn das Tier gesund, ausreichend vorbereitet und an die niedrigen Temperaturen gewöhnt ist. Denn nicht der Kalender entscheidet, sondern die Bedürfnisse der Schildkröte.

red, 18.10.2026, 07:02