Eigentlich waren die Zollbeamten am Flughafen Köln/Bonn auf der Suche nach Drogen. Doch was sie im Koffer eines 45-jährigen Mexikaners entdeckten, machte selbst erfahrene Ermittler sprachlos:
Dutzende lebende Giftschlangen waren in leere Shampoo-Flaschen gestopft worden, während sich zahlreiche Echsen in zusammengeknüllten Socken befanden. Insgesamt 92 exotische Tiere musste der Mann offenbar unbedingt nach Deutschland bringen – ohne Rücksicht auf ihr Leben.
Der 45-jährige Feuerwehrmann war bereits vor rund drei Wochen über Istanbul nach Köln geflogen. Weil er sich bei der Kontrolle auffällig nervös verhielt, führten die Beamten einen Drogentest durch, der Hinweise auf Kokain lieferte. Bei der anschließenden Gepäckkontrolle folgte die schockierende Entdeckung: 37 Giftschlangen, darunter Vipern und Klapperschlangen, sowie 55 weitere exotische Tiere waren auf engstem Raum eingepfercht. Unter ihnen befanden sich auch seltene und streng geschützte Arten.
Für knapp 30 Tiere kam jede Hilfe zu spät. Sie überlebten die stundenlange Tortur ohne Nahrung und ausreichend Bewegungsfreiheit nicht. Die übrigen Tiere wurden zunächst von Veterinären versorgt und anschließend in einer spezialisierten Einrichtung nahe Braunschweig untergebracht. Einen derart großen Fund lebender Tiere habe man am Flughafen bislang noch nie erlebt, erklärte Zollsprecher Jens Ahland.
Immer wieder werden exotische Tieren in unmöglichsten Gefäßen und Textilien über Grenzen geschmuggelt - für die Hälfte endet solch eine Reise meist tödlich:
Besonders dreist: Der Verdächtige behauptete bei seiner Befragung, er habe lediglich Urlaub in Deutschland machen wollen. Die Tiere habe er als Gefallen für einen brasilianischen Bekannten mitgenommen. Die Ermittler vermuten allerdings gewerbsmäßigen Tierschmuggel. Einzelne der seltenen Reptilien könnten auf dem illegalen Markt mehrere Hundert Euro einbringen.
Gegen den 45-Jährigen wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Einreise nach Deutschland wurde ihm verweigert, weshalb er zurück in die Türkei fliegen musste. Der Fall zeigt einmal mehr die grausame Realität des illegalen Wildtierhandels: Für den Profit werden empfindsame Lebewesen zu bloßer Schmuggelware degradiert – und ihr qualvoller Tod offenbar billigend in Kauf genommen.