Was ging nur in diesem Mann vor? Im britischen Yorkshire Wildlife Park kam es am Samstag zu einer Tragödie, die wohl vermeidbar gewesen wäre. William Chapman betrat das Gehege eines Tigers und näherte sich dem mächtigen Raubtier. Offenbar wollte er seinen lebensgefährlichen Leichtsinn sogar mit der Kamera festhalten. Wenig später war der Mann tot.
Videoaufnahmen sollen die dramatischen Augenblicke vor dem tödlichen Angriff zeigen. Zunächst liegt der Tiger scheinbar entspannt auf einer Holzplattform. Doch dann nähert sich Chapman dem Tier. Im Hintergrund sind bereits die aufgeregten Rufe von Zoobesuchern zu hören, die offenbar erkennen, in welcher Gefahr sich der Mann befindet.
Was möglicherweise als spektakuläre Aufnahme geplant war, wurde zum tödlichen Fehler. Der Tiger griff an, Chapman überlebte die Begegnung nicht.
So tragisch der Tod des Briten ist, so deutlich zeigt der Vorfall auch, weshalb Sicherheitsbarrieren in Tierparks niemals missachtet werden dürfen. Tiger gehören zu den größten und kräftigsten Raubkatzen der Welt. Selbst in menschlicher Obhut bleiben sie Wildtiere mit natürlichen Instinkten, enormer Kraft und blitzschnellen Reaktionen.
Chapmans Familie erklärte inzwischen, dass der 23-Jährige seit Jahren unter erheblichen psychischen Problemen litt. Sein Motiv ist nach wie vor ungeklärt.
Die Verantwortung für die gefährliche Begegnung darf deshalb nicht dem Tiger zugeschoben werden. Wer eigenmächtig ein Raubtiergehege betritt, bringt nicht nur sein eigenes Leben in Gefahr, sondern riskiert auch das Leben des Tieres, falls Einsatzkräfte eingreifen müssen.