Tierische Tragödie

Tausende! Babys verhungern und Mütter müssen zusehen

Sie fallen entkräftet von den Bäumen, ihre Babys kommen viel zu früh zur Welt und sterben qualvoll: In Australien stehen Flughunde vor dem Tod.
14.10.2026, 14:23
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Es sind Bilder, die selbst erfahrene Tierschützer kaum ertragen können: Winzige Flughundbabys, abgemagert bis auf die Knochen, liegen hilflos unter Bäumen. Ihre Mütter sind zu schwach, um sie zu versorgen. In den australischen Bundesstaaten New South Wales und Victoria herrscht derzeit eine dramatische Nahrungsknappheit, die vor allem die ohnehin gefährdeten Graukopf-Flughunde an den Rand einer Katastrophe bringt.

Sie fallen vor Hunger von den Bäumen

Wo die Tiere normalerweise Nektar und Blüten heimischer Bäume finden, herrscht vielerorts gähnende Leere. Vermutlich haben ein trockener Winter, ausbleibende Baumblüten und der fortschreitende Verlust natürlicher Lebensräume die Krise ausgelöst. Die verzweifelten Flughunde suchen mittlerweile in Privatgärten nach Nahrung, fressen unreife Früchte vom Boden und sind teilweise so geschwächt, dass sie nicht mehr zu ihren Schlafplätzen zurückfliegen können.

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Da Flughunde pro Jahr meistenst nur ein Jungtier bekommen, ist die gesamte Population auf lange Zeit gefährdet.
Facebook©Fly By Night Bat Clinic Victoria

Die Tierschutzorganisation FAWNA erhält inzwischen 50 bis 90 Hilferufe täglich – mehr, als sie zuvor in neun Monaten insgesamt für Flughunde verzeichnet hatte. Manche Tiere brechen vor Erschöpfung zusammen oder fallen buchstäblich von den Bäumen.

Babys haben kaum eine Chance

Besonders tragisch ist die Situation für trächtige Weibchen. Viele sind derart unterernährt, dass sie ihre Jungen vorzeitig zur Welt bringen oder nicht ausreichend Milch produzieren können. Einige der Frühchen wiegen gerade einmal 38 bis 40 Gramm – gesunde Neugeborene sollten etwa doppelt so schwer sein.

Die Überlebenschancen sind erschreckend gering: Laut Schätzungen der Rettungsorganisation FAWNA sterben rund 95 Prozent der viel zu früh geborenen Jungtiere trotz intensiver Betreuung. Freiwillige Helfer kämpfen rund um die Uhr um jedes einzelne Leben, füttern die winzigen Patienten alle zwei Stunden und kommen selbst kaum noch zum Schlafen.

Eine echte Naturkatastrophe

Die Graukopf-Flughunde sind weit mehr als faszinierende Nachttiere. Als wichtige Bestäuber tragen sie dazu bei, dass Australiens Wälder erhalten bleiben. Ihr Verschwinden hätte deshalb auch schwerwiegende Folgen für das gesamte Ökosystem. Wie viele Tiere der aktuellen Hungerkrise bereits zum Opfer gefallen sind, ist noch unklar. Experten befürchten jedoch, dass die Verluste in die Tausende gehen könnten. Da Flughundweibchen normalerweise nur ein Jungtier pro Jahr zur Welt bringen, könnte der Tod so vieler Babys die ohnehin bedrohten Bestände langfristig schwächen.

Für die verzweifelten Tierschützer zählt jetzt jedes gerettete Leben. Die Bevölkerung wird gebeten, kranke oder verletzte Flughunde keinesfalls selbst anzufassen, sondern professionelle Wildtierretter zu verständigen. Denn während die Helfer unermüdlich kämpfen, geht für viele der kleinen Nachtschwärmer ein Wettlauf gegen die Zeit verloren.

red, 14.10.2026, 14:23