Die Blätter rieseln, die Temperaturen gehen runter: Für Igel heißt das im Herbst, es wird Zeit, sich auf den Winterschlaf vorzubereiten. Bis dahin sind die stacheligen Gesellen vor allem in der Nacht unterwegs, um sich ordentlich Fettreserven anzufuttern. Auch junge Igel können noch bis in den späten Herbst hinein draußen unterwegs sein. Laut orf.at sollte man, wenn man jetzt einen kleinen Igel im Garten findet, das Tier unbedingt in fachkundige Hände geben. Denn so ein Leichtgewicht hat sonst keine Chance, den Winter zu überleben.
Heuer ist der Oktober besonders mild, was Stress für die jungen Igel bedeutet. Die Igelhilfen in Oberösterreich sind momentan komplett überfüllt. Viele Leute geben Igel zu früh ab, weil sie mit den Tieren überfordert sind oder zu wenig wissen. Wirklich menschliche Hilfe brauchen jetzt nur Babyigel. Diese brauchen eine fachgerechte Betreuung und ein sicheres Platzerl. Aber bevor du eine Igelhilfe kontaktierst, solltest du dort unbedingt vorher anrufen und genau schildern, wie es dem Igel geht.
Besonders heuer sind viele kleine, schwache Igel unterwegs, weil es bis in den September hinein ungewöhnlich warm war und viele Igelmütter spät Junge bekommen haben. Das Problem: Es gibt zu wenig Futter und die Kleinen haben nicht genug Zeit, sich Fett anzufressen. Sobald es dann kälter wird, gehen sie schlafen – und wachen leider oft nicht mehr auf.
Wenn Igel in den Winterschlaf gehen, nennt man das oft den "Kleinen Tod". Herzschlag und Atmung werden extrem langsam, die Körpertemperatur sinkt stark ab. Während des Schlafs verlieren Igel bis zur Hälfte ihres Körpergewichts. Übrigens: Am meisten Energie verbrauchen sie beim Einschlafen und beim Aufwachen.
Jeder kann zum Igelretter werden. Für gesunde, ausgewachsene Igel reicht es, einen Unterschlupf aus Laub und Totholz zu bauen und ihnen Katzenfutter, getrocknete Insekten oder gekochte, gehackte Eier hinzustellen. Eine Schüssel frisches Wasser dazu – aber bitte keine Milch! Igel vertragen den Milchzucker nicht, das führt zu schweren Bauchproblemen. Auch Obst, Brot und Essensreste sind für Igel absolut ungeeignet.
Als Richtwert für junge Igel gilt ein Gewicht von etwa 700 Gramm vor dem Winterschlaf. Aber: Es gibt keine fixe Grenze. Wichtig sind auch der Gesundheitszustand, die Jahreszeit und das Wetter. Wenn du unsicher bist, frag am besten in einer tierärztlichen Praxis nach. Und noch ein Tipp fürs nächste Jahr: Weil Käfer und Insekten immer weniger werden, kannst du Igel im Garten ruhig das ganze Jahr über zufüttern. Das macht sie stark und bereit für den Winter.