Tierischer Ratgeber

Wenn es jetzt im Wohnzimmer raschelt, nur keine Panik!

Im Herbst suchen Fledermäuse nach geeigneten Winterquartieren und verirren sich dabei manchmal in unsere Wohnungen. Was ist dann zu tun?
13.10.2026, 12:33
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Ein leises Rascheln hinter dem Vorhang, ein dunkler Schatten an der Zimmerdecke – und plötzlich flattert eine Fledermaus durchs Wohnzimmer! Was zunächst für einen ordentlichen Schreck sorgt, ist im Herbst gar nicht so ungewöhnlich. Denn die faszinierenden Flugkünstler sind jetzt auf der Suche nach geschützten Plätzen für die kalte Jahreszeit.

Dabei können sie sich auch durch gekippte Fenster oder offene Balkontüren in unsere Wohnungen verirren. Besonders junge und unerfahrene Tiere landen manchmal versehentlich in menschlichen Wohnräumen.

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Winterschlaf statt Winterruhe

Anders als etwa Eichhörnchen halten unsere heimischen Fledermäuse einen echten Winterschlaf. Dabei senken sie ihre Körpertemperatur drastisch ab, verlangsamen Herzschlag und Atmung und sparen so wertvolle Energie. Schließlich gibt es im Winter kaum fliegende Insekten, von denen sie sich ernähren könnten, weshalb sich die kleinen Säugetiere im Spätsommer und Herbst richtige Fettreserven anfuttern müssen.

Je nach Art und Witterung beziehen sie etwa ab Oktober oder November ihre Winterquartiere. Dort verbringen sie häufig die Zeit bis März oder April – beispielsweise in Höhlen, Stollen, Kellern oder geschützten Spalten an Gebäuden. Wichtig sind vor allem geeignete Temperaturen, eine ausreichende Luftfeuchtigkeit und möglichst wenig Störungen.

Wichtige Infos:

- Nicht jede Fledermaus im Herbst sucht bereits ein Winterquartier. Manche verirren sich bei der Insektenjagd durch offene Fenster oder suchen kurzfristig Schutz. Der Herbst ist aber tatsächlich die Zeit, in der die Tiere ihre Winterquartiere aufsuchen.

- Bei möglichem Biss oder Kratzer sollte die Wunde sofort gründlich mit Wasser und Seife gereinigt und umgehend ärztlich abgeklärt werden. Das gilt auch, wenn eine Fledermaus in einem Zimmer entdeckt wird, in dem jemand geschlafen hat und ein Kontakt nicht sicher ausgeschlossen werden kann. Hintergrund sind seltene, aber ernst zu nehmende Fledermaus-Lyssaviren.

Wenn es im Wohnzimmer flattert ...

Wer eine Fledermaus in seiner Wohnung entdeckt, sollte vor allem Ruhe bewahren. Die Tiere sind normalerweise nicht aggressiv und wollen den Raum meist genauso dringend wieder verlassen, wie die Bewohner sie draußen haben möchten.

Am besten werden zunächst Kinder und Haustiere aus dem Zimmer gebracht, die Tür zu anderen Räumen geschlossen und ein Fenster weit geöffnet. Anschließend das Licht ausschalten und der Fledermaus Zeit geben, selbst hinauszufliegen. Wichtig: Nicht mit Besen, Handtüchern oder anderen Gegenständen nach dem Tier schlagen oder versuchen, es während des Fluges einzufangen.

Sitzt die Fledermaus hingegen regungslos am Boden, wirkt verletzt oder kann nicht selbstständig hinausfliegen, sollte eine Fledermaus-Fachstelle kontaktiert werden. Niemals mit bloßen Händen angreifen! Auch kleine Fledermäuse können aus Angst kräftig zubeißen.

Bitte nicht vor die Tür setzen

Besonders im Spätherbst kann es für geschwächte Tiere gefährlich werden, wenn sie bei niedrigen Temperaturen einfach ins Freie gesetzt werden. Wer eine Fledermaus tagsüber entdeckt oder ein offensichtlich hilfsbedürftiges Tier findet, sollte deshalb fachkundigen Rat einholen. Auch vermeintlich verlassene Winterquartiere sollten nicht eigenmächtig verschlossen werden. Denn viele Fledermausarten kehren Jahr für Jahr an dieselben Plätze zurück.

red, 13.10.2026, 12:33