Tierische Studie

Von wegen "Riecht gut" - ER hört dich einfach ewig weit

Eine neue Studie zeigt, dass die Raubfische Geräusche aus beeindruckender Entfernung wahrnehmen und sogar deren Richtung bestimmen können.
12.10.2026, 22:50
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Sie gelten als lautlose Jäger der Meere, doch beim Hören sind Haie erstaunlich empfindlich. Eine neue Studie zeigt, dass die Raubfische Geräusche aus beeindruckender Entfernung wahrnehmen und sogar deren Richtung bestimmen können.

Wer glaubt, Haie würden ihre Beute ausschließlich mit ihrer feinen Nase oder ihrem berühmten Gespür für elektrische Felder aufspüren, unterschätzt die faszinierenden Meeresbewohner gewaltig. Wissenschaftler der Florida Atlantic University haben nun nachgewiesen, dass freischwimmende Schwarzspitzenhaie niederfrequente Geräusche noch aus bis zu 74 Metern Entfernung wahrnehmen können. Das entspricht beinahe der Länge eines Fußballfeldes! Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Integrative Organismal Biology veröffentlicht.

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Drohnen enthüllen erstaunliche Fähigkeiten

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher Unterwasserlautsprecher, die verschiedene tiefe Töne aussendeten. Gleichzeitig beobachteten sie die Haie vor der Küste Floridas mithilfe von Drohnen. Das Ergebnis überraschte: Sobald die Tiere bestimmte Geräusche wahrnahmen, änderten sie teilweise abrupt ihre Schwimmrichtung – und entfernten sich von der Schallquelle. Manche Haie drehten dabei um bis zu 160 Grad ab! Besonders empfindlich reagierten sie auf Frequenzen zwischen 100 und 400 Hertz.

Wie hören Haie noch einmal?

Tatsächlich besitzen Haie Ohren – allerdings keine äußerlich sichtbaren Ohrmuscheln wie wir Menschen. Ihr Innenohr liegt geschützt im Schädel und registriert Bewegungen und Schwingungen im Wasser. Besonders spannend: Anders als viele Knochenfische besitzen Haie keine gasgefüllte Schwimmblase, die bei manchen Fischarten die Wahrnehmung von Schalldruck unterstützt. Trotzdem können sie Geräusche aus beträchtlicher Entfernung orten. Die Forscher vermuten, dass spezielle Sinneszellen im Innenohr selbst kleinste Teilchenbewegungen des Wassers registrieren.

Auch unter Wasser wird es immer lauter

Die Erkenntnisse sind nicht nur faszinierend, sondern auch für den Meeresschutz bedeutend. Geräusche verraten Haien möglicherweise, wo sich Beutetiere, Feinde oder andere Gefahren befinden – lange bevor diese sichtbar werden. Gleichzeitig nimmt der menschengemachte Unterwasserlärm durch Schiffe und andere Aktivitäten zu. Welche Auswirkungen diese Geräuschkulisse auf die empfindlichen Sinnesorgane der Haie hat, muss noch genauer erforscht werden. Eines zeigt die Studie jedenfalls deutlich: Die vermeintlich stillen Jäger leben in einer Welt voller Geräusche, von der wir Menschen bislang nur einen Bruchteil verstehen.

red, 12.10.2026, 22:50
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