Tierischer Gewinner

Unseren Vogel des Jahres 2027 kennt fast niemand

Der Flussuferläufer ist in Österreich gefährdet. BirdLife fordert mehr Schutz und Renaturierung, um seinen Lebensraum zu sichern.
13.10.2026, 10:38
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Die Art steht laut der österreichischen Ampelliste für den Vogelschutz auf der Liste der gefährdeten Arten. Nach starken Rückgängen haben sich die Bestände nun auf niedrigem Niveau stabilisiert. Das wurde am Dienstag in einer Aussendung mitgeteilt. Der Flussuferläufer braucht naturnahe Flusslandschaften mit Kies-, Sand- und Schotterbänken zum Überleben.

Man findet ihn zum Beispiel an Rhein, Lech, Inn, Enns, Donau, March, Drau und Mur. In Wien und im Burgenland ist er als Brutvogel in den letzten Jahrzehnten verschwunden. Wie orf.at berichtet, sind laut BirdLife die Regulierung der Flüsse und die damit verbundene Zerstörung der Brutplätze die Hauptursachen für den Rückgang. Dazu kommen Störungen durch Freizeitaktivitäten an den wenigen noch naturnahen Gewässern.

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Die Freizeitnutzung stellt eine Gefahr für den Bruterfolg dar. Der kleine Watvogel legt meistens vier gut getarnte Eier auf Schotterbänken und an Uferstellen mit wenig Bewuchs ab. Badegäste, Wassersportler und freilaufende Hunde können während der Brutzeit von April bis Juli die Tiere aufschrecken. Dadurch werden oft Gelege verlassen, Eier und Jungvögel können unbemerkt zertreten werden.

„Oft passiert das ganz unbewusst und ohne böse Absicht. Deshalb braucht es entsprechende Bewusstseinsbildung, um Menschen für die Bedürfnisse des Flussuferläufers zu sensibilisieren.“
Gabor Wichmann Birdlife-Geschäftsführer

Die Einstufung als "gelbe Art" auf der österreichischen Ampelliste für den Vogelschutz zeigt, dass Handlungsbedarf besteht. Wegen der Gefährdung und der negativen Entwicklung hat der Schutz des Flussuferläufers hohe Priorität, betonte Wichmann.

Um Lebensräume zu sichern, fordert BirdLife, naturnahe Flussabschnitte zu erhalten und wiederherzustellen. Flüsse sollen genug Platz bekommen, damit durch natürliche Prozesse neue Kies- und Schotterbänke entstehen können. Besonders die Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung biete dafür Chancen. Außerdem braucht es Schutzzonen an wichtigen Brutplätzen. Während der Brutzeit sollten Besucher auf den ausgewiesenen Wegen bleiben und Schotterbänke meiden.

Von solchen Maßnahmen profitieren laut BirdLife nicht nur bedrohte Vogelarten. Naturnahe Flusslandschaften helfen auch, Hochwasser abzumildern, Wasser zu speichern und das Grundwasser zu sichern. "Helfen wir dem Flussuferläufer, helfen wir auch anderen bedrohten Arten und nicht zuletzt uns selbst", sagte Wichmann.

red, 13.10.2026, 10:38