Tierische Rarität

Seltenes Vögelchen sorgt in Österreich für Staunen

Ein kleiner Besucher aus dem hohen Norden hat heimischen Vogelbeobachtern eine außergewöhnliche Überraschung beschert: der Rotkehlpieper!
15.10.2026, 08:52
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Manchmal braucht es keine exotischen Paradiesvögel, um Vogelfreunde in Begeisterung zu versetzen. Ein unscheinbarer kleiner Singvogel hat beim diesjährigen "EuroBirdwatch" in Österreich für eine echte Sensation gesorgt: der Rotkehlpieper! Mehr als 20 Exemplare der seltenen nordischen Vogelart wurden Anfang Oktober in gleich fünf Bundesländern gesichtet – im Burgenland, in Nieder- und Oberösterreich, der Steiermark und in Tirol.

Raststation im Seewinkel

Besonders spektakulär war eine Entdeckung im burgenländischen Seewinkel: Dort rastete am frühen Morgen ein ganzer Trupp von mehr als 70 Rotkehlpiepern auf der Suche nach Nahrung. Für Österreich ist eine solche Ansammlung außergewöhnlich, denn normalerweise ziehen die kleinen Vögel nur in geringer Zahl durch unser Land. Ihre Brutgebiete liegen weit im Norden Europas, vor allem in Norwegen, Schweden und Finnland. Im Herbst machen sie sich auf die lange Reise in ihre Winterquartiere, die überwiegend südlich der Sahara liegen.

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Man hört ihn öfter, als man ihn sieht

Wer einen Rotkehlpieper entdecken möchte, sollte vor allem die Ohren spitzen. Die kleinen Langstreckenzieher sind nämlich deutlich häufiger zu hören als zu sehen. Ihr charakteristischer Flugruf klingt wie ein plötzliches, scharfes "pssiih", das in größeren Abständen wiederholt wird. Die Vögel reisen überwiegend tagsüber und können dabei leicht übersehen werden.

Der Rotkehlpieper (Anthus cervinus) stammt aus den arktischen und subarktischen Regionen Nordeuropas und Asiens. Seine Brutgebiete liegen vor allem in Nordnorwegen, Nordschweden, Finnland und Russland bis nach Sibirien. Dort brütet er hauptsächlich in der offenen Tundra. In Österreich ist er ein seltener Durchzügler auf seinem Weg nach Afrika.

Millionen Vögel auf großer Reise

Der seltene Besucher war nur einer von Millionen gefiederten Reisenden, die beim diesjährigen EuroBirdwatch gezählt wurden. Europaweit beteiligten sich mindestens 23.700 Menschen und registrierten rund 4,8 Millionen Vögel. Allein in Österreich dokumentierten mehr als 135 Naturbegeisterte bei sieben Exkursionen knapp 8.300 Tiere. Am häufigsten wurden Buchfinken, Stare und Ringeltauben beobachtet.

Mit der jährlichen Aktion möchte BirdLife nicht nur die Faszination des Vogelzugs vermitteln, sondern auch auf die Gefahren aufmerksam machen, denen Zugvögel auf ihren oft Tausende Kilometer langen Reisen begegnen. Denn schwindende Rastplätze, Lebensraumverlust, Jagd und die Folgen der Klimakrise machen die beschwerliche Reise für viele Arten zunehmend gefährlich.

red, 15.10.2026, 08:52
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