Frischer Karpfen ist vor allem in den kühleren Herbst- und Wintermonaten beliebt. Auf den Wiener Märkten kommen die Fische größtenteils aus heimischen Teichwirtschaften in Niederösterreich, vor allem aus dem Waldviertel. Traditionell werden sie lebend angeboten und frisch geschlachtet verkauft.
Mitarbeiter des Wiener Marktamts kontrollieren regelmäßig vor Ort die Einhaltung der Kühlkette sowie die Hygiene an den Ständen und beim Personal. Für ein echtes Qualitätsprodukt zählt aber auch der fachgerechte Umgang mit den Tieren. Wie die Wiener Rathauskorrespondenz berichtet, soll eine neue Schulung dabei helfen.
"Mit der neuen Schulung stärken wir die Mitarbeiter der Wiener Märkte im fachgerechten Umgang mit lebenden Fischen und leisten damit einen wichtigen Beitrag zu Qualität, Sicherheit und gelebtem Tierschutz", sagt Christian Seiringer, interimistischer Dienststellenleiter des Marktamts Wien.
"Als Veterinäramt der Stadt Wien sind wir dafür verantwortlich, dass beim Umgang mit den Tieren alle notwendigen Tierschutzstandards lückenlos eingehalten werden", erklärt Ruth Jily, Leiterin des Veterinäramts und erzählt weiter:
„Da uns vereinzelt Meldungen erreichten, dass Karpfen nicht tierschutzkonform aus dem Becken gefangen, betäubt oder geschlachtet wurden, haben wir die Initiative ergriffen. Mit diesem Kurs wollen wir genau dort ansetzen und die Situation sowohl für die Fische als auch für die Mitarbeiter nachhaltig verbessern“
Der kostenlose Kurs richtet sich an alle Mitarbeiter an den Marktständen. Die ersten Schulungen fanden im Oktober 2026 statt. Sie sollen möglichst praxisnah sein und vor allem die gesetzlichen Vorgaben vermitteln. Experten des Bundesamts bringen langjährige Erfahrung in Fischerei und Aquakultur mit. Nach einem theoretischen Teil werden die Teilnehmer direkt an den Marktständen praktisch geschult. So soll sichergestellt werden, dass die Vorgaben zum Tierschutz eingehalten werden.
Im Mittelpunkt stehen der schonende Umgang mit den Fischen, die richtige Betäubung und die fachgerechte Schlachtung. Organisiert wird der Kurs vom Ländlichen Fortbildungsinstitut Niederösterreich in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer Niederösterreich. Gefördert wird er vom Europäischen Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds (EMFAF 2021–2027) und kann deshalb kostenlos angeboten werden.
Tierschutzstadtrat Jürgen Czernohorszky ist überzeugt: "Mit diesem proaktiven Schritt stellen die beteiligten Behörden sicher, dass Tradition auf den Wiener Märkten mit zeitgemäßem Tierschutz vereint wird. Die Konsumenten können sich so darauf verlassen, dass ihr regionaler Fisch nicht nur von höchster Qualität ist, sondern bis zum Schluss mit dem gebotenen Respekt vor dem Lebewesen behandelt wurde."
"Wer einen Karpfen kauft, soll sich darauf verlassen können, dass das Tier mit Respekt behandelt wurde. Mit dem Kurs unterstützen wir die Standler dabei, ihrem eigenen Anspruch jeden Tag gerecht zu werden", sagt Vizebürgermeisterin und Marktstadträtin Bettina Emmerling.