Kaum sind die ersten Pflanzen gesetzt, beginnt unter der Erde das große Knabbern: Wühlmäuse machen sich über Wurzeln, Blumenzwiebeln und Gemüse her. Besonders junge Obstbäume und Sträucher können unter den kleinen Nagern leiden.
Doch bevor Gartenbesitzer zu Fallen oder anderen Mitteln greifen, sollte eines geklärt sein: Wer gräbt hier eigentlich? Denn Wühlmaus und Maulwurf hinterlassen ähnliche Spuren – dürfen aber nicht gleich behandelt werden.
Wühlmäuse, auch Schermäuse genannt, sind vor allem unterirdisch unterwegs. Ihre Gänge können beträchtliche Schäden anrichten, während die Folgen des Fraßes oft erst Monate später sichtbar werden.
Typisch sind angenagte Wurzeln von Obstbäumen, Beerensträuchern und Ziergehölzen. Auch Karotten, Sellerie, Blumenzwiebeln und andere Knollen stehen auf dem Speiseplan.
Ein Blick auf den Erdhaufen kann einen ersten Hinweis liefern: Bei der Wühlmaus befindet sich das Loch typischerweise seitlich neben dem Hügel. Beim Maulwurf liegt der Zugang meist mittig unter dem Erdhaufen.
Auch eine sogenannte Verwühlprobe kann helfen. Dafür wird ein Gang auf einer Länge von etwa 30 Zentimetern an mehreren Stellen geöffnet. Wird der Gang kurze Zeit später wieder verschlossen, spricht das für eine Wühlmaus.
Beim Maulwurf wäre hingegen eher damit zu rechnen, dass er unter der geöffneten Stelle einen neuen Gang anlegt. Wichtig: Maulwürfe sind geschützt und dürfen nicht einfach bekämpft werden.
Besonders gefährdet sind junge Pflanzen. Wühlmäuse fressen sich an deren Wurzeln entlang und können das Wurzelwerk so stark beschädigen, dass die Pflanze abstirbt. Auch der Rasen bleibt nicht verschont. Die unterirdischen Gänge können die Grasnarbe beschädigen. An den kahlen Stellen hat Unkraut anschließend leichtes Spiel.
Die Schäden werden häufig erst im Frühjahr oder Sommer bemerkt. Entstanden sein können sie allerdings bereits während des Winters.
Wer Wühlmäuse mit Fallen bekämpfen möchte, sollte diese möglichst direkt in einem bewohnten Gang platzieren. Als Köder eignen sich aromatische Gemüse wie Karotten oder Sellerie. Dabei ist Fingerspitzengefühl gefragt: Menschlicher Geruch kann die Tiere misstrauisch machen. Handschuhe beim Aufstellen können deshalb sinnvoll sein.
Wer nicht sicher zwischen Wühlmaus und Maulwurf unterscheiden kann, sollte eine Lebendfalle verwenden. So lässt sich das Risiko verringern, versehentlich ein geschütztes Tier zu töten. Als günstige Zeit für die Bekämpfung gelten insbesondere Herbst und zeitiges Frühjahr. Nach dem Winter können die Tiere besonders gut auf Köder reagieren.
Auch mit dem Gartenschlauch wird gerne gegen Wühlmäuse vorgegangen. Dafür wird Wasser in die Gänge geleitet. Der Haken: Das weit verzweigte Gangsystem lässt sich damit kaum vollständig erreichen. Die Methode kann die Tiere vorübergehend stören, gilt aber nicht als besonders zuverlässig.
Eine andere Möglichkeit ist, frisch gepflanzte Bäume durch einen tiefen Graben rund um den Wurzelbereich zu schützen. Wird dieser mit Wasser gefüllt, entsteht eine Art unterirdische Barriere.
Bei Hausmitteln scheiden sich die Geister. Knoblauch, Knoblauchsud oder saure Buttermilch werden häufig empfohlen, weil intensive Gerüche die Tiere vertreiben sollen. Auch Haare, Thujazweige oder Nussbaumblätter werden von Gartenbesitzern als mögliche Vergrämungsmittel eingesetzt.
Die Erfahrungen damit sind allerdings unterschiedlich. Ein zuverlässiger Schutz ist nicht garantiert.
Klappermühlen, Windräder, Vibrationsgeräte und Ultraschall sollen Wühlmäuse angeblich vertreiben. Laut Landwirtschaftskammer haben sich solche Methoden jedoch als unwirksam erwiesen. Auch vermeintliche Wunderlösungen aus dem Gartenhandel sollten daher kritisch betrachtet werden.
Bei sogenannten Feindpflanzen sieht die Sache etwas anders aus: Kaiserkrone, Narzissen oder Wühlmauswolfsmilch werden eine abschreckende Wirkung zugeschrieben. Einen Versuch können Gartenbesitzer damit durchaus wagen.
Wer seinen Garten vor Wühlmäusen schützen möchte, sollte nicht erst handeln, wenn die ersten Pflanzen eingehen. Im Frühjahr lassen sich die noch überschaubaren Gangsysteme leichter aufspüren. Im Herbst wiederum können Lebendfallen eingesetzt und Nahrungsquellen möglichst reduziert werden.
Bei einer geplanten Neupflanzung lohnt es sich, den Wühlmausschutz gleich mitzudenken. Denn frische Wurzeln sind für die Tiere eine attraktive neue Nahrungsquelle.