Ein kurzer, akkurat gemähter Rasen gilt für viele als Inbegriff eines gepflegten Gartens. Doch wer das Gras das ganze Jahr auf dieselbe Höhe stutzt, kann seinem Rasen mehr schaden als nutzen. Denn die ideale Schnitthöhe verändert sich mit den Jahreszeiten. Während im Frühjahr ein moderater Schnitt den Start ins Rasenjahr erleichtert, brauchen die Gräser im Hochsommer vor allem eines: mehr Länge.
Für normalen Gebrauchsrasen gelten grundsätzlich vier bis fünf Zentimeter als gute Orientierung. Zierrasen kann mit etwa zwei bis drei Zentimetern kürzer gehalten werden. Schattenrasen sollte dagegen mit fünf bis sechs Zentimetern etwas höher stehen.
Wenn das Wachstum im Herbst nachlässt, kann wieder auf die gewohnte Höhe von etwa vier bis fünf Zentimetern gemäht werden. Beim letzten Schnitt vor dem Winter ist Fingerspitzengefühl gefragt. Zu kurze Halme bieten den Wurzeln bei Frost weniger Schutz. Zu langes Gras wiederum kann durch Schnee und Feuchtigkeit umgelegt werden – ideale Bedingungen für Pilzkrankheiten.
Daher gilt auch beim letzten Schnitt: etwa vier bis fünf Zentimeter sind für Gebrauchsrasen ein guter Richtwert.
Sinken die Temperaturen deutlich, stellt der Rasen sein Wachstum weitgehend ein. Dann braucht er keinen weiteren Schnitt.
Besonders bei Frost sollte man die Fläche möglichst wenig betreten. Gefrorene Grashalme können leicht brechen. Die Folge sind beschädigte Stellen, die erst nach dem Winter wieder verschwinden.
Nach dem Winter sollte der erste Schnitt nicht überstürzt erfolgen. Erst wenn der Boden ausreichend warm ist und die Gräser wieder kräftig wachsen, ist der richtige Zeitpunkt gekommen.
Als Orientierung gelten rund 10 Grad Bodentemperatur. Sind die Halme auf etwa sieben bis acht Zentimeter gewachsen, kann erstmals gemäht werden. Anschließend wird der Rasen auf die passende Höhe für den jeweiligen Rasentyp gebracht.
Wer seinen Rasen vertikutieren möchte, kann davor einmalig auf etwa zwei bis drei Zentimeter mähen. Danach sollte das regelmäßige Mähen wieder Teil der Gartenroutine sein.
Wer im Frühjahr nicht jede Grashalm-Spitze entfernen will, kann der Natur bewusst mehr Raum geben. Beim sogenannten No Mow May wird das Mähen im Mai ausgesetzt. Löwenzahn, Gänseblümchen und Klee können dadurch blühen und liefern Insekten zusätzliche Nahrung. Besonders in dieser Jahreszeit sind solche Blühangebote für viele Bestäuber wertvoll.
Wer nicht gleich den gesamten Garten verwildern lassen möchte, kann auch nur einen Teil der Fläche seltener mähen.
Wenn die Temperaturen steigen, sollte der Rasenmäher höher eingestellt werden. Vier bis fünf Zentimeter sind bei normalem Sommerwetter eine gute Höhe. Bei Hitze und längeren Trockenperioden darf es noch mehr sein: Fünf bis sieben Zentimeter schützen den Rasen besser vor dem Austrocknen.
Der Grund ist simpel: Längere Grashalme spenden dem Boden mehr Schatten. Dadurch bleibt Feuchtigkeit länger erhalten und die Wurzeln werden weniger stark aufgeheizt. Wer bei großer Hitze hingegen extrem kurz mäht, riskiert braune und ausgetrocknete Stellen.