Der Sommer ist fast vorbei – und auf deinem Rasen sieht man ihm das deutlich an. Wo vor wenigen Monaten noch sattes Grün war, klaffen plötzlich braune Stellen und kahle Löcher. Bevor du jetzt aber im Gartencenter zu teuren Spezialmitteln greifst, lohnt sich ein Blick ins Badezimmer. Ausgerechnet Klopapier kann beim Nachsäen kleiner Problemstellen helfen.
Das Toilettenpapier wird mit Wasser zu einer weichen Masse verarbeitet und anschließend mit Rasensamen vermischt. Auf einer kahlen Stelle verteilt, hält das Papier die Samen an Ort und Stelle und kann Feuchtigkeit speichern.
Das ist beim Nachsäen durchaus hilfreich. Rasensaat sollte während der Keimphase gleichmäßig feucht gehalten werden und darf nicht austrocknen. Auch ein guter Kontakt zwischen Samen und vorbereitetem Boden ist wichtig. Entsprechende Empfehlungen geben etwa die University of Minnesota und die Iowa State University für die Rasennachsaat. Das Papier ersetzt dabei allerdings weder die richtige Saat noch eine gute Bodenvorbereitung.
Für kleinere kahle Stellen reichen unbedrucktes, unparfümiertes Toilettenpapier, Wasser und passende Rasensamen. Optional kannst du etwas feine Erde verwenden. Zuerst muss die Problemstelle vorbereitet werden. Entferne abgestorbenes Gras und Unkraut und lockere die oberste Bodenschicht vorsichtig auf. Die Samen sollen später nicht nur auf altem, trockenem Gras liegen, sondern Kontakt zur Erde bekommen.
Zerreiße etwas Toilettenpapier in einen Eimer und gib nach und nach Wasser dazu. Knete alles zu einem feuchten Brei. Er sollte sich gut verteilen lassen, aber nicht davonschwimmen. Anschließend kommen die Rasensamen dazu. Vermische sie vorsichtig mit der Papiermasse und verteile das Ganze dünn auf den vorbereiteten kahlen Stellen. Danach leicht andrücken, damit Saat und Boden möglichst guten Kontakt haben.
Eine dicke weiße Papierschicht solltest du daraus nicht machen: Die Samen müssen unter geeigneten Bedingungen keimen und die jungen Halme anschließend problemlos ans Licht gelangen können.
Nach dem Auftragen beginnt der wichtigste Teil. Die nachgesäten Stellen dürfen in der Keimphase nicht austrocknen. Lieber vorsichtig und regelmäßig bewässern, statt sie einmal kräftig zu fluten und die Samen dabei wegzuspülen.
Wie schnell sich die ersten grünen Spitzen zeigen, hängt stark von Grassorte, Temperatur, Boden und Feuchtigkeit ab. Ein fixes Versprechen wie "nach fünf Tagen ist der Rasen wieder dicht" wäre deshalb zu schön, um wahr zu sein. Manche Rasengräser keimen nach ungefähr einer Woche, andere benötigen mehrere Wochen.
Gerade zum Ende des Sommers kann Nachsäen gut funktionieren: Der Boden ist noch warm, während die extreme Sommerhitze langsam nachlässt. Entscheidend ist allerdings, dass ausreichend Zeit bis zu dauerhaft kalten Temperaturen bleibt.