Du hast gerade das Badezimmer geputzt, der Spiegel glänzt – zumindest auf den ersten Blick. Doch kaum fällt Licht von der Seite darauf, sind sie wieder da: Schlieren, matte Stellen und feine Wasserflecken. Also noch einmal drüberwischen. Und plötzlich sieht es schlimmer aus als vorher. Dabei könnte ausgerechnet etwas schuld sein, das beim Putzen völlig selbstverständlich erscheint: das Wasser aus deinem Hahn.
Je nach Wohnort enthält Leitungswasser unterschiedlich viele gelöste Mineralstoffe. Bei hartem Wasser spielen vor allem Kalzium- und Magnesiumverbindungen eine Rolle. Verdunstet das Wasser auf einer glatten Oberfläche, können sichtbare mineralische Rückstände zurückbleiben. Wer seinen Spiegel immer wieder mit Leitungswasser wischt, kann sich damit also genau jene Flecken einhandeln, die er eigentlich beseitigen wollte.
Ein simpler Haushaltshelfer kann das verhindern: destilliertes Wasser. Es enthält praktisch keine gelösten Mineralien und kann deshalb beim Trocknen auch keine entsprechenden Kalk- beziehungsweise Mineralrückstände auf dem Glas zurücklassen.
Doch auch beim Glasreiniger gilt: Mehr ist nicht automatisch besser. Wird zu großzügig gesprüht oder bleibt Reinigungsmittel auf der Oberfläche zurück, kann sich ein feiner Film bilden – und schon geht das Spiel mit den Schlieren von vorn los.
Besonders Fingerabdrücke, Zahnpastaspritzer oder fettige Rückstände solltest du zunächst gezielt entfernen, statt sie mit viel Flüssigkeit über die gesamte Fläche zu verteilen. Für die normale Reinigung reicht anschließend eine kleine Menge Reiniger. Wer möchte, kann dafür auch destilliertes Wasser verwenden.
Ein weiterer Fehler passiert bereits beim ersten Sprühstoß: Statt den Spiegel großzügig einzunebeln, solltest du die Flüssigkeit besser auf ein sauberes Mikrofasertuch geben. Das hat gleich zwei Vorteile: Du verwendest weniger davon und verhinderst, dass überschüssige Flüssigkeit nach unten oder in die Ränder des Spiegels läuft.
Gerade dort ist Vorsicht angesagt: Dringt Flüssigkeit hinter das Glas, kann sie langfristig die reflektierende Beschichtung des Spiegels angreifen. Dunkle oder bräunliche Stellen am Rand können die Folge sein.
Für die schnelle Putzrunde brauchst du deshalb keine ganze Sammlung an Reinigungsmitteln. Entferne zunächst gröberen Staub und hartnäckige Spritzer. Anschließend kannst du ein sauberes Mikrofasertuch leicht mit destilliertem Wasser und, falls nötig, einer kleinen Menge geeigneten Glasreiniger befeuchten.
Dann gleichmäßig über die Fläche wischen und mit einem zweiten, trockenen Mikrofasertuch nachpolieren. Wichtig: Das Tuch selbst sollte sauber sein. Hängen darin noch Fett oder Rückstände von anderen Oberflächen, verteilst du sie sonst direkt wieder auf dem Glas.
Auch beim Timing lohnt sich etwas Geduld: Direkt nach einer heißen Dusche ist das Badezimmer voller Feuchtigkeit und der Spiegel möglicherweise noch beschlagen. Warte besser, bis sich der Wasserdampf verzogen hat.