Die Wäsche ist fertig, die Trommel leer – und dann passiert es fast automatisch: Tür zu, Waschmaschine erledigt. Doch genau dieser kleine Handgriff ist möglicherweise keine besonders gute Idee. Nach dem Waschen sollte die Tür nämlich besser nicht vollständig geschlossen werden.
"Wir empfehlen, die Tür nach dem Waschgang einen Spalt geöffnet zu lassen", erklärt Petra Ummenberger, Kommunikations-Managerin vom Waschmaschinen-Hersteller Miele, gegenüber "Heute". Dadurch könne die verbliebene Restfeuchtigkeit entweichen und der Innenraum besser trocknen.
Wer jetzt befürchtet, die Waschmaschinen-Tür stundenlang sperrangelweit offen stehen lassen zu müssen, kann allerdings aufatmen. Ein kleiner Spalt genügt, eine fixe Zeitvorgabe gibt es ebenfalls nicht. Entscheidend sei vielmehr, "dass die Restfeuchtigkeit ausreichend entweichen und die Maschine trocknen kann", so die Expertin.
Bleibt nach dem Waschgang Feuchtigkeit in Trommel, Dichtung und Innenraum zurück und wird die Tür direkt geschlossen, kann sie schlechter entweichen. Auf Dauer entsteht dadurch Nässe – und genau das kann unangenehme Folgen haben: "Ein dauerhaft feuchtes Milieu kann die Entstehung unangenehmer Gerüche und die Keimbildung begünstigen", erklärt Ummenberger.
Das Offenlassen unterstützt dagegen das Abtrocknen und kann damit helfen, Geruchs- und Keimbildung vorzubeugen. Die offene Tür allein ersetzt allerdings keine regelmäßige Reinigung der Maschine.
Und noch eine Klappe solltest du nach dem Waschen besser nicht sofort vollständig schließen: den Waschmittel-Einspülkasten. Auch dort kann nach dem Waschgang Feuchtigkeit zurückbleiben. Miele empfiehlt deshalb, das Fach ebenfalls einen Spalt geöffnet zu lassen. So kann es besser trocknen.
Zusätzlich sollte die Schublade regelmäßig gereinigt werden. Schließlich sammeln sich dort mit der Zeit Waschmittel- und Weichspülerreste – und zusammen mit Feuchtigkeit entsteht eine wenig appetitliche Mischung.
Moderne Waschmittel reinigen viele Textilien bereits bei 30 oder 40 Grad zuverlässig. Für empfindliche Kleidung und den Energieverbrauch kann das sinnvoll sein. Wer allerdings ausschließlich bei niedrigen Temperaturen wäscht, sollte auch die Hygiene seiner Maschine im Blick behalten: "Wird überwiegend mit niedrigen Temperaturen gewaschen, kann die Gefahr von Keim- und Geruchsbildung in der Waschmaschine steigen", erklärt Ummenberger im "Heute"-Interview.
Bei Miele-Geräten kann deshalb eine sogenannte "Hygiene-Info" erscheinen, wenn längere Zeit kein Waschprogramm mit einer Temperatur von mehr als 60 Grad gelaufen ist. In diesem Fall empfiehlt der Hersteller eine entsprechende Reinigung. Je nach Modell gibt es dafür sogar ein eigenes Programm "Maschine reinigen".
Nach dem letzten Schleudergang braucht es also keinen großen Pflege-Marathon. Zwei kleine Gewohnheiten können bereits helfen: Waschmaschinen-Tür und Waschmittelfach nach dem Waschen einen Spalt offen lassen und dem Gerät Zeit zum Trocknen geben. Wie lange genau, lässt sich nicht pauschal sagen. Sobald die Restfeuchtigkeit ausreichend entweichen konnte und der Innenraum trocken ist, haben die offenen Spalten ihren Zweck erfüllt.