Wer den Wasserhahn aufdreht, denkt wohl kaum darüber nach, was das kostet. Doch je nach Wohnort kann die Rechnung ordentlich ins Geld gehen. Ein Vergleich des Sanitärtechnikers Hansgrohe von 20 österreichischen Städten zeigt: Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Wohnort liegen beim Wasser- und Abwasserpreis mehr als 450 Euro pro Jahr.
Besonders teuer wird es im oberösterreichischen Steyr. Ein Modellhaushalt mit zwei Personen, 75 Quadratmetern Wohnfläche, einem WC und 100 Kubikmetern Jahresverbrauch kommt dort auf 766 Euro pro Jahr.
Ganz anders sieht es in Bregenz (Vorarlberg) aus. Dort werden für denselben Modellhaushalt lediglich 312 Euro fällig. Macht einen Unterschied von 454 Euro im Jahr – obwohl beide Haushalte exakt gleich viel Wasser verbrauchen.
Der Grund für das extreme Gefälle liegt vor allem beim Kanal. Während Bregenz für das Abwasser im Modell 176 Euro verrechnet, sind es in Steyr satte 516 Euro. Damit verlangt Steyr im Vergleich sogar den höchsten verbrauchsbasierten Abwassertarif: 5,16 Euro pro Kubikmeter. In Leoben in der Steiermark sind es dagegen nur 97 Euro im Jahr.
Besonders kurios: Nicht überall sinkt die Rechnung automatisch, wenn weniger Wasser durch den Hahn rinnt. In Wien etwa wird das Abwasser verbrauchsbasiert verrechnet. Wer weniger Wasser verbraucht, zahlt entsprechend weniger. Graz (Steiermark) setzt dagegen auf eine Pauschale pro WC – dort ändert sich die Kanalgebühr nicht mit dem tatsächlichen Verbrauch. Auch Wels (Oberösterreich) verrechnet pauschal und kommt im Vergleich auf 422 Euro Abwasserkosten.
Schon beim Trinkwasser gibt es deutliche Unterschiede. Eisenstadt (Burgenland) ist im Vergleich mit 416 Euro pro Jahr am teuersten, gefolgt von Klagenfurt (Kärnten) mit 384 Euro und Graz mit 376 Euro. Am günstigsten ist Bregenz mit 136 Euro. Dahinter folgen Kufstein in Tirol mit 151 Euro und Dornbirn in Vorarlberg mit 152 Euro.
Auch der tägliche Gang aufs WC schlägt sich unterschiedlich stark nieder. Für die Vergleichsrechnung wurden 25 Prozent der jährlichen Wasserkosten als WC-Anteil angesetzt. In Bregenz kostet eine angenommene Spülung damit rund 2,1 Cent. In Steyr sind es 5,3 Cent. Bei fünf Spülungen pro Person und Tag summiert sich das dort auf rund 96 Euro pro Person und Jahr.
Der Vergleich macht damit deutlich: Bei der Wasserrechnung kommt es nicht nur darauf an, wie viel Wasser im Haushalt verbraucht wird. Entscheidend ist auch, wo man wohnt.