Im mysteriösen Fall um eine hinter einer Kellerwand einbetonierte Pensionistin in Münchendorf (Bezirk Mödling) gibt es eine entscheidende Entwicklung: Der Sohn der Verstorbenen, der im Ausland in Saus und Braus gelebt haben dürfte, befindet sich mittlerweile wieder in Österreich!
Nach seiner Festnahme in Dubai und dem anschließenden Auslieferungsverfahren wurde der Mann Ende vergangener Woche nach Wien überstellt, wie der "ORF NÖ" heute in der Früh berichtete. Er befindet sich nun in der Justizanstalt Wien-Josefstadt.
Damit ist der Sohn der Pensionistin, die heuer ihren 100-jährigen Geburtstag gehabt hätte, tatsächlich zurück in Österreich. Die heimischen Ermittler konnten den Mann zu den offenen Fragen rund um den Tod seiner Mutter und die außergewöhnlichen Umstände des Leichenfundes erstmals kurz befragen – dabei legte er laut "Heute"-Infos ein Teilgeständnis ab.
Der Mann, der wie seine Mutter an derselben Wohnadresse in Wien hauptgemeldet war, gab zu, nach dem Tod der Pensionistin die Pension für rund zehn Jahre weiterbezogen zu haben. Insgesamt geht es um einen Schaden in der Höhe von rund 500.000 Euro, pro Monat soll der Verdächtige also im Schnitt etwas über 4.000 Euro kassiert haben.
Zur Einmauerung und den weiteren Umständen hielt sich der Verdächtige aber bedeckt.
Noch steht das Obduktionsergebnis und das Ergebnis des (schwierigen) toxikologischen Gutachtens aus. Hier soll geklärt werden, ob die Frau eines natürlichen Todes starb oder vielleicht doch nachgeholfen wurde.
Der Fall hatte Ende Mai für großes Aufsehen gesorgt. In einem Einfamilienhaus in Bungalow-Bauweise in Münchendorf war die Leiche der betagten Frau hinter einer Kellerwand entdeckt worden. Der Körper war einbetoniert worden – mehr dazu hier.
Die Ermittler beschäftigte daraufhin nicht nur die Frage, wie und wann die Frau gestorben war. Auch die Hintergründe, warum ihr Leichnam auf diese Weise versteckt worden war, mussten geklärt werden. Schnell stand auch der Verdacht auf Sozialleistungsbetrug im Raum.
Dabei kam der Sohn (mit Doktortitel!) der toten eingemauerten Pensionistin ins Visier der Ermittler. Dieser weilte nach dem Auffliegen des Falls, wie geplant im Urlaub mit seiner Lebensgefährtin in Dubai, genoss das Leben. Der Aufforderung der Ermittler, nach Österreich zurückzukommen, kam er zuerst nicht nach.
Schließlich wurde der 57-Jährige Anfang Juli 2026 im Zuge eines internationalen Haftbefehls bei der Ausreise von Dubai in die Vereinigten Arabischen Emirate festgenommen, saß seither dort in einer Zelle mit mehreren Dutzend anderen Gefangenen in Haft.
Infolge musste das entsprechende Auslieferungsverfahren abgewickelt werden. Dieses Verfahren ist nun abgeschlossen: Ende vergangener Woche wurde der Mann von Dubai nach Wien gebracht und in die Justizanstalt Josefstadt überstellt. Die Staatsanwaltschaft Wien, die derzeit die Ermittlungen führt, könnte den Akt laut "Heute"-Infos bald nach NÖ abtreten. Im Falle einer Anklage müsste sich der Verdächtige dann am Landesgericht Wr. Neustadt verantworten. Für den Mann gilt die Unschuldsvermutung.