Wer aus der Kirche austreten will, sollte genau hinschauen. Die Stadt Salzburg warnt aktuell vor einer Kostenfalle im Internet. Immer mehr Menschen wickeln ihren Kirchenaustritt über private Online-Anbieter ab und bekommen dafür eine Rechnung über bis zu 89,90 Euro. Dabei ist der Austritt direkt bei der Stadt völlig kostenlos.
Die Masche ist meist dieselbe: Wer im Internet nach einem Kirchenaustritt sucht, landet bei einem privaten Dienstleister. Dort wird ein Online-Formular ausgefüllt, das anschließend an die zuständige Behörde weitergeleitet wird. Für diesen Service verlangen die Anbieter bis zu 89,90 Euro.
Bei der Stadt Salzburg häufen sich deshalb die Beschwerden. Viele Betroffene bemerken erst durch die Rechnung, dass sie einen kostenpflichtigen Dienst genutzt haben. Manche glauben sogar, die Zahlungsaufforderung stamme direkt von der Stadt.
Dazu kommt ein weiteres Problem: Häufig fehlen bei den über private Anbieter eingereichten Austrittserklärungen wichtige Unterlagen. Das sorgt für zusätzliche Erhebungen und verzögert die Bearbeitung.
Bürgermeister-Stellvertreter Christoph Brandstätter will deshalb stärker über das kostenlose Angebot informieren. "Mit einer gezielten Information über den städtischen Service schaffen wir Transparenz, vermeiden unnötigen Unmut und ermöglichen allen einen einfachen und kostenfreien Zugang zu dieser Dienstleistung", betont er.
Die Stadt stellt klar: Wer seinen Kirchenaustritt direkt bei der zuständigen Behörde erklärt, muss dafür keinen Cent bezahlen. Die Kosten der privaten Anbieter haben nichts mit städtischen Gebühren zu tun.
Eine Gebühr gibt es lediglich dann, wenn ausdrücklich eine schriftliche Bestätigung des Kirchenaustritts angefordert wird. Dafür verrechnet die Stadt Salzburg 23,10 Euro. Wer unnötige Kosten vermeiden will, sollte daher ausschließlich die offiziellen Formulare der zuständigen Behörde verwenden. So bleibt der Kirchenaustritt tatsächlich gratis.