Die Beziehung zwischen EU und USA befindet sich in einer Krise. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) spricht beim EU-Ratsgipfel am Donnerstag in Brüssel diplomatisch von einer "sehr schwierigen Phase", die jetzt Haltung erfordere: "Bei ungerechten, wirtschaftlichen Drohungen aus Washington braucht es klare Antworten aus Europa."
Die Europäische Union dürfe und müsse nicht vor den Amerikanern kuschen: "Wir haben allen Grund, selbstbewusst aufzutreten", sagt der rot-weiß-rote Regierungschef.
Donald Trump hatte von Beginn weg über das angeblich so horrende Handelsdefizit der USA gegenüber der EU gepoltert und damit teils seine Strafzölle begründet. Er sprach dabei aber bewusst immer nur von Gütern, denn bei Dienstleistungen – vorneweg den digitalen – schaut es ganz anders aus. Da besteht auf europäischer Seite ein deutliches Defizit.
Auch Stocker erinnert den bald 80-jährigen US-Präsidenten an die vielschichtigen Wirtschaftsverflechtungen, die es zwischen dem Neuen und Alten Kontinent (noch) gibt: "Der Atlantik ist keine Einbahnstraße!"
„Wir müssen uns für alle Eventualitäten rüsten. Selbstbewusst, stark, mit kühlem Kopf und ruhiger Hand.“Christian StockerBundeskanzler, ÖVP-Chef
Ebenso eine rote Linie zieht der Bundeskanzler in Sachen Grönland: Über das Schicksal der dänischen Arktis-Insel hätten alleine die Menschen in Grönland und Dänemark zu entscheiden. "Zu unseren europäischen Interessen zählt auch, dass wir für unsere Souveränität und die unserer Partner einstehen. Sie können sich unserer vollen Solidarität und Unterstützung sicher sein."
Die EU strebe keine Eskalation an, sondern wolle Lösungen auf dem Verhandlungsweg und auf dem Boden der Rechtsordnung suchen.
Stocker richtet auch eine klare Botschaft an Österreich und die anderen EU-Mitgliedsstaaten: "Wir müssen uns auf diese neue, veränderte Ordnung in der Welt einstellen, und zwar sehr schnell. Wir müssen uns für alle Eventualitäten rüsten. Selbstbewusst, stark, mit kühlem Kopf und ruhiger Hand."