500 Euro für Opfer

"Streit um Fußball"– Messerattacke in Waffenverbotszone

Mehrere Syrer lieferten sich eine wilde Streiterei in einem Park in Favoriten – ein Syrer wurde mit einem Brotmesser verletzt. Nun war Prozesstermin!
Thomas Peterthalner
06.10.2025, 07:20
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"Servus", grüßte ein angeklagter Syrer Mittwoch (10.9.) in legerem Sport-Outfit den Senat am Wiener Landesgericht. Schwere absichtliche Körperverletzung lautete der Vorwurf. Doch der Reihe nach: Ende März gerieten junge Männer aus Syrien nach einem Fußballspiel in Favoriten in Streit.

Messer in Waffenverbotszone

Bei einem zufälligen Treffen in der Waffenverbotszone beim Reumannplatz kochten die Emotionen einen Tag später, am 23. März, erneut hoch. Um sich die Sache "auszureden", gingen die jungen Männer in den nahen Wielandpark. Dort wurde es blutig. "Ich stand plötzlich vier bis fünf Männern gegenüber", so ein Zeuge (25). Der Angeklagte habe mit der Faust zugeschlagen.

"Das Dümmste, was man machen kann"

Als die Polizei kam, rannte er davon, kam wenig später mit einem Brotmesser bewaffnet zurück in den Park. "Das Dümmste, was man machen kann", so der Richter. Mit einer Schwingbewegung habe er zunächst den 25-Jährigen mit dem Messer attackiert. Dieser konnte sich ducken. Dann ging er auf den Bruder (23) des Mannes los, verletzte ihn mit dem Brotmesser am Hals.

Ein Vorfall, mehrere Versionen

Der Angeklagte hatte seine eigene Geschichte zu dem Vorfall. "Ich wollte die Angreifer auf Distanz halten", so der Angeklagte. Er sei 20 Leuten gegenüber gestanden, diese seien mit Taser und Stöcken bewaffnet gewesen. Er sei auch selbst verletzt worden. Bestätigt werden konnte die Version nicht. "Alle sagen etwas anderes", so der Richter.

Mit Brotmesser attackiert

Nein, es könne keine Rede von 20 Leuten sein, gab das Opfer im Zeugenstand an. "Es waren nur ich und mein Bruder dort beim Park. Plötzlich sei der Angeklagte mit einem Brotmesser in der Hand da gestanden. Er hat mich mit dem Messer attackiert, ich war total im Schock." Vor Gericht forderte der Syrer 20.000 Euro Schmerzensgeld von dem Angeklagten. Anerkannt wurde das natürlich nicht. Im Gerichtssaal übergab der Angeklagte dem Opfer 500 Euro bar auf die Hand. Der 23-Jährige wollte das Geld zuerst nicht annehmen. "Es ist ein Zeichen des guten Willens", erklärte der Richter. "Glauben Sie, er hat 20.000 eingesteckt?"

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18 Monate bedingte Haft

Der Syrer nahm das Geld dann doch an, verstrickte sich bei seiner Aussage in Widersprüche. Auch der Richter meinte, man könnte die Vorgeschichte nicht genau aufklären. Urteil wegen schwerer Körperverletzung am Mittwoch: 18 Monate bedingt, drei Jahre Probezeit dazu 2.000 Euro Schmerzensgeld – rechtskräftig!

{title && {title} } pet, {title && {title} } Akt. 06.10.2025, 07:29, 06.10.2025, 07:20
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