Wer beim Zahnarzt eine hochwertige Füllung braucht, muss häufig selbst draufzahlen. Nach jahrelangem Streit zwischen Gesundheitskasse und Zahnärztekammer könnte es nun aber eine Einigung geben.
Seit dem EU-weiten Amalgam-Verbot Anfang 2025 sorgt die Frage nach der Bezahlung von Zahnfüllungen für Diskussionen. Denn nicht jedes Füllmaterial ist gleich teuer oder gleich haltbar.
Besonders bei niedergelassenen Zahnärzten stehen Patienten häufig vor einer Entscheidung: Entweder sie bezahlen für eine höherwertige Füllung zusätzlich oder sie begnügen sich mit einer günstigeren Alternative.
Damit könnte bald Schluss sein. ÖGK-Obmann Andreas Huss zeigt sich zuversichtlich, dass sich die Österreichische Gesundheitskasse und die Zahnärztekammer noch bis Jahresende einigen können.
Die Verhandlungen ziehen sich bereits seit Herbst 2024. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Materialien künftig als Kassenleistung angeboten werden und wie hoch die Vergütung für die Zahnärzte ausfallen soll.
Der bisher eingesetzte Glas-Ionomer-Zement ist zwar vergleichsweise günstig, gilt allerdings als weniger langlebig. Die ÖGK bevorzugt deshalb das hochwertigere Material Alkasit. In den eigenen Zahngesundheitszentren der Gesundheitskasse wird es bereits verwendet.
Bei niedergelassenen Zahnärzten ist die Situation hingegen weiterhin umstritten. Dort geht es vor allem darum, ob die von der ÖGK angebotenen Tarife für die Behandlungen akzeptiert werden.
Nun soll Bewegung in die festgefahrenen Gespräche kommen. Laut Huss hat die Gesundheitskasse der Zahnärztekammer ein neues Angebot übermittelt.
"Wir haben der Kammer nun einen neuen Vorschlag für eine Lösung übermittelt – mit kalkulierten Tarifen. Und mit Materialien, die unterschiedlich einsetzbar und geeignet sind. Die Kammer hat sich das angesehen, und Anfang November soll es das nächste Gespräch gegeben. Dabei wurde klar, dass es bis Jahresende eine Lösung geben soll."
Das nächste Gespräch zwischen den Verhandlungspartnern ist damit für Anfang November vorgesehen. Huss verhandelt mit dem Präsidenten der Bundeszahnärztekammer, der wie er aus Salzburg stammt. Ziel ist eine Einigung über geeignete Füllmaterialien und deren Bezahlung.
Ob es diesmal tatsächlich zu einem Abschluss kommt, bleibt allerdings abzuwarten. Denn eine Einigung bis Jahresende war bereits vor zwei Jahren angekündigt worden. Seither konnten sich Gesundheitskasse und Zahnärztekammer nicht auf eine dauerhafte Regelung verständigen.