Am 25. und 26. September 2025 fand in Graz eine groß angelegte Krisenübung für die Stromversorgung des Landes statt. Beteiligt an der Übung, die unter der Federführung der Regulierungsbehörde E-Control, des Übertragungsnetzbetreibers Austrian Power Grid (APG) und des Verteilernetzbetreibers Energienetze Steiermark stand, waren auch die zuständigen Bundes- und Landesvertreter sowie Vertreter der Großindustrie wie der Voestalpine.
Als Szenario für die Übung wurde ein extrem heißer Sommer mit niedriger Wasserführung in den Flüssen und einer andauernden Flaute angenommen. Das hätte auch einen Ausfall thermischer Kraftwerke aufgrund Kühlwassermangels sowie Problemen mit Brennstoffnachschub zur Folge. Gleichzeitig steigt der Strombedarf durch vermehrten Einsatz von Klimaanlagen. Ähnliches würde sich zeitgleich auch in den Nachbarländern abspielen.
Das Sahnehäubchen für das Krisenszenario war dann der akute Ausfall eines großen Speicherkraftwerks in Österreich. Die vollständige Versorgung mit elektrischer Energie konnte dann nicht in allen Stunden gewährleistet werden – und die Versorgungslage verschlechterte sich im Laufe der Übung noch weiter.
Eine wesentliche Aufgabe der Übung bestand laut den Verantwortlichen darin, durchzuspielen, wie die Stromversorgung durch gezielte Maßnahmen trotz massiver Einschränkungen sichergestellt werden kann. Einer der Schwerpunkte lag auf der Kommunikation der beteiligten Behörden und anderer Stakeholder untereinander sowie der Beteiligung der Industrie als Großverbraucher an Verbrauchsreduktionsmaßnahmen.
"Ziel derartiger Übungen ist immer, für einen möglichen Ernstfall gut vorbereitet zu sein und zeitgerecht notwendige Verbesserungen umsetzen zu können", betont der Vorstand der E-Control, Alfons Haber.
APG-Vorstand Gerhard Christiner fügt hinzu: "Für einen potenziellen Ernstfall sind derartige Übungen zur Kommunikation besonders wichtig. Versorgungssicherheit ist nicht nur ein täglicher betrieblicher Prozess, sondern auch das Ergebnis eingespielter und trainierter Abläufe und der Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren der Energiewirtschaft."
Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer (VP) spricht von einem "wichtigen Testlauf": "Klar ist: Österreich ist für Krisensituationen sehr gut vorbereitet. In Folge der Übung geht es nun darum, die Ergebnisse genau zu analysieren und daraus Schlüsse zu ziehen – damit wir in Zukunft noch besser gerüstet sind."
In den kommenden Wochen sollen die Ergebnisse der Übung einer detaillierten Analyse unterzogen werden, um daraus weitere Verbesserungen für den Energielenkungsfall abzuleiten. Im Energielenkungsgesetz ist verankert, derartige Übungen in regelmäßigen Abständen durchzuführen.