Der Thailand-Urlaub sollte für Vanessa D. und ihre Mutter eine Auszeit unter Palmen werden. Doch für die Deutsche war die Reise bereits am Flughafen von Phuket vorbei. Am 1. Oktober verweigerten ihr die Behörden die Einreise. Der Grund waren Souvenirstempel aus US-Nationalparks in ihrem Reisepass, wie der deutsche Sender RTL berichtete.
Bei der Passkontrolle wurde Vanessa aus der Warteschlange geholt. Mitarbeitende der Einwanderungsbehörde prüften ihre Reisedokumente. Nach rund zwei Stunden stand fest, dass sie nicht ins Land durfte. Statt an den Strand ging es für die junge Frau in einen abgeschlossenen Raum, in dem sie auf ihren Rückflug warten musste.
Laut RTL und "20 Minuten" erhielt sie dort weder Essen noch Getränke. "Ich fühlte mich wie eine Kriminelle", schilderte Vanessa ihre Erfahrungen. Die Situation sei für sie zunehmend bedrückend gewesen. "Für mich fühlte sich das irgendwann tatsächlich wie in einem Gefängnis beziehungsweise wie in einem abgesperrten Käfig an."
Die Ursache für das abrupte Ende der Reise waren Erinnerungsstempel aus US-Nationalparks. Vanessa hatte diese unter anderem im Grand Canyon, im Yosemite-Nationalpark und im Sequoia-Nationalpark gesammelt. Hinter den Stempeln steckt das Programm "Passport To Your National Parks".
Besucher können damit ihre Aufenthalte an Standorten des US-National Park Service dokumentieren. Dafür gibt es eigene Sammelhefte, auch Notizbücher eignen sich dafür. Der US-National Park Service und das US-Außenministerium warnen davor, solche Souvenirstempel in echte Reisedokumente einzutragen.
Nach der Entscheidung der thailändischen Behörden musste Vanessa das Land wieder verlassen. Sicherheitsmitarbeitende begleiteten sie zum Flugzeug. Ihre Mutter durfte mit ihr zurückreisen. Doch auch beim Zwischenstopp in Dubai war die Angelegenheit nicht erledigt. Vanessa bekam ihren Reisepass dort nicht zurück.
Stattdessen erhielt sie ein weiteres Dokument mit einer Ausreiseanordnung. Auf dem von Emirates ausgestellten Papier stand als Begründung "Damaged Passport", also beschädigter Reisepass, berichtete RTL. Dass nicht amtliche Einträge in einem Reisepass zu Problemen führen können, ist nicht auf Thailand beschränkt.
Die Einreisebestimmungen unterscheiden sich von Land zu Land. Behörden können Dokumente zurückweisen, wenn diese nicht den Vorschriften entsprechen. Unter Umständen könnten Einwanderungsbehörden Reisende an der Grenze zurückweisen. Wer eine Reise plant, sollte deshalb vorab prüfen, ob das Zielland besondere Anforderungen an Reisedokumente stellt.