Bei den Protesten gegen das Mullah-Regime im Iran soll es bereits Hunderte Tote geben. Gestartet haben die Demonstrationen vor zwei Wochen aufgrund der wirtschaftlichen Lage des islamistischen Landes. Inzwischen weiteten sie sich zu Massendemonstrationen gegen die Führung in Teheran aus.
Aktivisten zufolge wurden bis Sonntag mindestens 192 Menschen bei den Protesten getötet. Unbestätigte Berichte deuteten aber auf eine deutlich höhere Opferzahl hin, einigen Quellen zufolge gibt es demnach bereits mehr als 2000 Todesopfer.
So zeigt beispielsweise ein Video mehrere Leichensäcke vor einer Halle in der Stadt Kahrisak. Verzweifelt suchen dort Menschen nach ihren vermissten Angehörigen. Aktivisten werfen den iranischen Sicherheitskräften vor, unter dem Schutz der verhängten Internetsperre mit scharfer Munition gegen die Protestierenden vorgegangen zu sein.
Seitens der Aktivisten wurde von "Dutzenden blutverschmierten Leichen innerhalb und außerhalb der Leichenhalle von Kahrisak" berichtet. Das Video-Material belege "ein ausgedehntes und schweres Verbrechen".
Angesichts dieser Berichte hat sich nun auch Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen zu Wort gemeldet. Ihm zufolge seien die Berichte "über massive Gewaltanwendung gegen friedlich Demonstrierende schockierend". Van der Bellen ruft die Führung in Teheran dazu auf, das Töten zu beenden und zu Unrecht Inhaftierte wieder freizulassen.
Die Rechte des iranischen Volkes, einschließlich der Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit müssen respektiert werden, so der Bundespräsident. "Die Iranerinnen und Iraner können in ihrem Streben nach einem besseren und vor allem freieren Leben auf unsere Solidarität zählen", bekräftigt Van der Bellen.