"Ideologisch verblendet"

"Fünfte Kolonne Moskaus" – FPÖ tobt über Kaiser-Enkel

Zwischen der FPÖ und Karl Habsburg ist ein heftiger Streit entstanden. Auslöser: eine Europa-Rede des Kaiser-Enkels vom Sonntag.
Heute Politik
12.01.2026, 14:31
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Die "Rede zur Zukunft Europas", die Kaiser-Enkel Karl Habsburg am Sonntag gehalten hat, schlägt auch am Montag noch hohe politische Wellen. Habsburg hatte in dieser Rede die EU-Fraktion "Patrioten für Europa", der auch sechs FPÖ-Abgeordnete angehören, als "fünfte Kolonne Moskaus" bezeichnet und diese "teils brutale Nationalisten" genannt.

Wiener FPÖ-Mandatar spricht von "Inzucht"

Die Reaktion der FPÖ fiel sehr scharf aus. "Ob die jahrhundertelange Inzucht seines autokratischen Erbzirkels der Grund für diese wirren Beleidigungen der stärksten demokratischen Kraft in unserem Land ist", postete etwa der Wiener Landtagsabgeordnete Leo Lugner auf X.

Kritik auch von Harald Vilimsky

Auch Harald Vilimsky, Delegationsleiter der FPÖ im EU-Parlament, übte in einer Aussendung heftige Kritik an Habsburg. Dieser habe sich mit seinen Angriffen auf die Fraktion "Patrioten für Europa" nicht nur im Ton vergriffen, sondern auch offen gegen die politische Linie seines Vaters gewandt.

"Grenzüberschreitung der Sonderklasse"

"Was Karl Habsburg da von sich gegeben hat, ist eine ideologisch verblendete Brandrede gegen all jene, die für ein Europa der souveränen Vaterländer eintreten." Es sei beschämend, wie sich Habsburg zum Sprachrohr jener Kräfte mache, die eine zentralistische EU wollten und alles Nationale diskreditieren würden. "Dass er dabei die FPÖ und ihre Partner als 'falsche Patrioten' oder gar als 'fünfte Kolonne Moskaus' bezeichnet, ist eine Grenzüberschreitung der Sonderklasse", betont Vilimsky.

FPÖ sieht "historischen Bruch"

Besonders irritiert zeigt sich der freiheitliche EU-Mandatar über den historischen Bruch innerhalb der Habsburg-Dynastie: "Sein Vater, Otto von Habsburg, war ein wertkonservativer Europäer, der trotz Differenzen stets einen respektvollen Umgang pflegte – auch mit der FPÖ. Karl Habsburg hingegen hat sich offen den linken Eliten und der Brüsseler Bürokratie verschrieben."

Gegen Meinungsfreiheit

Vilimsky wirft Habsburg vor, sich auf die Seite jener zu stellen, "die Meinungsfreiheit durch Meinungsvorgaben ersetzen wollen". Die Fraktion "Patrioten für Europa" sei derzeit die einzige politische Kraft auf europäischer Ebene, die konsequent für Frieden, Freiheit und Wohlstand sowie für eine Kooperation souveräner Nationalstaaten auf Augenhöhe kämpft. "Gerade das sollte jedem echten Wertkonservativen ein Anliegen sein und keine Zielscheibe für diffamierende Angriffe", so Vilimsky.

Norbert Hofer trat aus Habsburger-Orden aus

Ex-FPÖ-Chef Norbert Hofer schließlich verließ aus Protest gegen die Aussagen Habsburgs den St-Georgs-Orden der Familie Habsburg-Lothringen. "Mit heutigem Tag habe ich meine Ehrenritterschaft im St.-Georgs-Orden zurückgelegt. Öffentliche Äußerungen, die dem Geist gegenseitiger Achtung widersprechen, lassen mir diesen Schritt als geboten erscheinen. Ich bedauere diese Entwicklung", schrieb er auf X.

{title && {title} } pol, {title && {title} } Akt. 12.01.2026, 15:01, 12.01.2026, 14:31
Jetzt E-Paper lesen