Der traditionsreiche Gasthof Loser im Ortskern von St. Michael ob Bleiburg (Bezirk Völkermarkt) steht erneut vor einer schweren finanziellen Bewährungsprobe: Der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) meldet, dass am Landesgericht Klagenfurt ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet wurde.
Betreiber Alfred Loser, der den Familienbetrieb seit Jahrzehnten führt, kämpft damit zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre ums wirtschaftliche Überleben.
Die Zahlen sind klar: Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf 580.000 Euro, die Aktiva liegen bei rund 465.000 Euro. Rund 30 Gläubiger sowie sechs Dienstnehmer sind betroffen. Bereits 2017 befand sich der Gasthof in Schieflage, konnte damals jedoch einen 100-prozentigen Sanierungsplan erfolgreich umsetzen – ein bemerkenswerter Erfolg in der Branche.
Heute sieht sich Loser mit einer härteren Realität konfrontiert: steigende Kosten und sinkende Gästezahlen setzen dem Betrieb massiv zu.
Im Antrag zur Insolvenzeröffnung benennt der Schuldner die Gründe deutlich: "Die Gründe des Vermögensverfalls werden mit dem überdurchschnittlichen Anstieg der Personalkosten und des Wareneinkaufs im Gastronomiebereich, dem allgemeinen Gäste- und Umsatzrückgang, sowie der gestiegenen Energiekosten begründet."
Hinzu kommt ein spürbarer Rückgang bei der Zimmervermietung in den vergangenen Jahren. Nach Abschluss der Großbaustelle am Koralmtunnel fehlen die Monteure und Projektmitarbeiter, die den Gasthof zuvor regelmäßig als Gäste frequentierten.
Trotz der angespannten Lage will Loser den Betrieb nicht aufgeben. Geplant ist die Fortführung des Gasthofs sowie die Umsetzung eines Sanierungsplans, der den Gläubigern eine Quote von 20 Prozent bieten soll.
Der Wille zur Weiterführung ist ungebrochen – doch die wirtschaftlichen Herausforderungen bleiben enorm.