Wie viel musst du trinken?

Trink-Mythos – klassische 2-Liter-Regel widerlegt

In Sachen Flüssigkeitszufuhr galt lange eine einfache Faustregel: Zwei Liter Wasser am Tag sollten es sein. Doch diese Empfehlung gerät ins Wanken.
Heute Life
15.01.2026, 17:09
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Wasser ist lebenswichtig, dennoch trinken viele Menschen nach wie vor zu wenig. Das kann nicht nur zu trockenen Lippen oder Müdigkeit führen, sondern auch langfristig die Leistungsfähigkeit, Konzentration und sogar Herz-Kreislauf-Funktionen beeinträchtigt. Die traditionelle 2-Liter-Regel, die jahrzehntelang als Maßstab galt, steht nun jedoch zunehmend in der Kritik.

Keine "Einheitsgröße" für alle

Eine internationale Forschergruppe um den japanischen Wissenschaftler Yosuke Yamada hat dazu Daten von mehr als 5.600 Menschen aus 23 Ländern ausgewertet. Das überraschende Ergebnis, das im Fachjournal "Science" veröffentlicht wurde: Es gibt keine wissenschaftlich fundierte "Universalmenge", die für alle gilt. Stattdessen variiert der individuelle Trinkbedarf stark – von etwa 1 bis über 6 Liter pro Tag, in Extremfällen sogar bis zu 10 Liter.

Männer haben im Alter von etwa 30 Jahren den höchsten Wasserumsatz und benötigten im Durchschnitt etwa 4,3 Liter Flüssigkeit täglich, Frauen rund 3,4 Liter – deutlich mehr als die klassische Richtlinie. Mit steigendem Alter sinkt der Bedarf etwas, etwa auf 3,1 Liter für ältere Männer und 2,8 Liter für ältere Frauen.

Wichtig dabei: Körperbau, körperliche Aktivität und äußere Bedingungen spielen eine große Rolle. Menschen mit mehr Muskelmasse haben einen höheren Wasserbedarf als solche mit mehr Körperfett, und bei höheren Temperaturen steigt der Bedarf deutlich.

Gesundheitliche Vorteile regelmäßiger Flüssigkeitszufuhr

Neben der reinen Menge betonen Forscher auch die Bedeutung regelmäßigen Trinkens: Schon das morgendliche Befüllen einer großen Wasserflasche und das Verteilen über den Tag kann helfen, ausreichend zu trinken. Studien legen nahe, dass ausreichende Flüssigkeitszufuhr sich positiv auf Blutdruck, Nierenfunktion, Verdauung, Hautbild und sogar die Häufigkeit von Migräneattacken auswirkt.

Gesundheitsexpertinnen wie Natalia Dmitrieva vom U.S. National Heart, Lung, and Blood Institute empfehlen, nicht erst auf Durst zu warten, sondern bewusst über den Tag verteilt zu trinken. Neben Wasser zählen auch ungesüßter Tee, Mineralwasser und wasserreiche Lebensmittel wie Gurken oder Tomaten zur Flüssigkeitsaufnahme. Gezuckerte Getränke sollten hingegen vermieden werden.

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