Donau-Umfrage

Trotz der Krise: 66 Prozent der Betriebe zuversichtlich

Zwei Drittel der Klein- und Mittelbetriebe blicken optimistisch in die Zukunft. Wo’s dennoch hakt, das zeigt eine Umfrage der Donau Versicherung.
Team Wirtschaft
22.10.2025, 14:31
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Trotz Inflation, Fachkräftemangel und Bürokratie zeigen sich die österreichischen Klein- und Mittelbetriebe (KMU) überraschend robust. Laut einer aktuellen Studie im Auftrag der Donau Versicherung bewerten 66 Prozent der KMU ihre aktuelle Geschäftslage als sehr gut oder eher gut. Vor allem größere Unternehmen kommen dabei offenbar besser durch die Krisenjahre: Bei Betrieben mit 100 bis 249 Mitarbeitern schätzen 69 Prozent die Lage als positiv ein, bei den Kleinen mit bis zu 19 Beschäftigten sind es 64 Prozent.

Inflation und Fachkräftemangel größte Sorgen

Die größten Sorgen bleiben jedoch bestehen: 70 Prozent der Unternehmen kämpfen mit steigenden Preisen und Inflation, 51 Prozent mit Personal- und Fachkräftemangel. Immerhin hat sich Letzteres leicht entspannt – die aktive Suche nach neuen Mitarbeiter sank seit 2022 von 54 auf 44 Prozent. Von den suchenden Betrieben beurteilen 58 Prozent ihre Chancen bei der Stellenbesetzung als positiv, ein Plus von fünf Prozentpunkten.

Versicherungen gewinnen an Stellenwert

Angesichts der gestiegenen Unsicherheit gewinnt das Thema Versicherungsschutz deutlich an Bedeutung. Jedes zweite Unternehmen (50 Prozent) gibt an, dass Versicherungsleistungen in den letzten zwei bis drei Jahren wichtiger geworden sind. Besonders groß ist dieser Trend bei größeren Betrieben mit über 100 Mitarbeitern sowie in den Branchen Bauwesen, Finanzdienstleistungen, Tourismus und Gastronomie. Bei der betrieblichen Altersvorsorge gibt es dagegen noch Luft nach oben: Nur 48 Prozent der KMU bieten diesen Benefit an.

Branche muss flexibler werden

Versicherungen würden zunehmend als strategisches Instrument der Risikominderung gesehen, sagt Franz Josef Zeiler, Vorstandsmitglied der Donau. Professionelle Absicherung könne in unsicheren Zeiten zum Wettbewerbsvorteil werden. Auch Donau-Generaldirektorin Judit Havasi betont, dass die Branche flexibel auf neue Herausforderungen reagieren müsse. Angesichts von Regulatorik und rasanter KI-Entwicklung biete man maßgeschneiderte Pakete an, etwa Betriebs-, Cyber- oder Rechtsschutzversicherungen, so Havasi.

Datenschutz verursacht den meisten Ärger

Ein zentrales Problem für die KMU bleibt die Bürokratie: 69 Prozent der Befragten fühlen sich stark bzw. eher stark durch Vorschriften und Regulatorik belastet. Am häufigsten genannt werden Datenschutz (66 Prozent) sowie Arbeitsrecht und Arbeitnehmerschutz (55 Prozent). Mehr als die Hälfte (55 Prozent) hält Versicherungen in diesem Kontext für ein wichtiges Mittel, um sich gegen rechtliche Risiken abzusichern.

40 Prozent der Betriebe setzen schon auf KI

Auch die künstliche Intelligenz beschäftigt viele Betriebe: Vier von zehn KMU (40 Prozent) setzen sich bereits aktiv mit der Technologie auseinander. 73 Prozent bewerten die Entwicklung für ihr Unternehmen insgesamt positiv, 57 Prozent sehen den Einsatz von KI als vorteilhaft. Gleichzeitig befürchten jedoch 64 Prozent, dass kleine Betriebe aufgrund fehlender Ressourcen wie Zeit und Fachkräfte abgehängt werden. Fast die Hälfte (45 Prozent) wünscht sich externe Beratung zum KI-Einsatz.

Generationenvielfalt als Erfolgsrezept

Beim Thema Personal setzen die Betriebe auf Erfahrung und Vielfalt: 70 Prozent schätzen die Expertise älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ebenso viele den Elan der Jüngeren. Laut Donau Versicherung verdeutliche die Auswertung, dass Betriebe "insbesondere dann erfolgreich sind, wenn Führungskräfte die Generationenvielfalt aktiv gestalten und die Potenziale von gemischten Teams nutzen".

"Gute Unternehmenskultur" soll Mitarbeiter locken

Von Institut Triple M Matzka Markt- und Meinungsforschung im Auftrag der Donau Versicherung ebenfalls abgefragt: Um als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben, setzen zahlreiche Unternehmen gezielt auf verschiedene Maßnahmen. Am häufigsten genannt werden mit 40 Prozent gute Unternehmenskultur, Arbeitsklima, wertschätzendes Miteinander, gefolgt von Arbeitsplatzsicherheit (36 Prozent), guter Bezahlung (36 Prozent), interessanter Arbeitsplatz (34 Prozent) und gute Work-Life-Balance (30 Prozent).

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