Seit Montag entfaltet die zweite Runde der Zigaretten-Preiserhöhungen in Österreich ihre volle Wirkung. Schon im Jänner wurden viele Marken teurer, seit Anfang Februar ziehen auch andere nach – bei einigen Sorten klettern die Preise auf bis zu 10 Euro pro Packung.
Die Preissprünge resultieren aus einer erneuten Erhöhung der Tabaksteuer, die die Hersteller an die Konsumenten weitergeben. Je nach Marke müssen Raucher nun 10 bis 40 Cent mehr pro Packerl zahlen. Besonders große Packungen schlagen mit deutlich über 8 Euro zu Buche.
Zumindest in Wien ist die Stimmung an den Trafik-Kassen teils deutlich aufgeheizt: Mitarbeiter berichten, dass sie nahezu täglich den Frust der Kundschaft über die neuen Preise zu hören bekommen. Sätze wie "Schon wieder teurer!" und scharfe Reaktionen gehörten in den vergangenen Wochen zum Alltag.
Im "Heute"-Lokalaugenschein durch Linzer Trafiken nach der zweiten Teuerungswelle zeigte sich das Bild teils anders. Viele Inhaber gaben sich zurückhaltend, wollten die Situation aus Rücksicht auf ihre Kundschaft bewusst nicht kommentieren.
Ein Trafikant, der seit rund zehn Jahren im Geschäft ist, sagte jedoch: "Ein paar mokieren sich am Anfang schon, aber geraucht wird im Endeffekt nicht weniger." Nach seiner Erfahrung reagierten Raucher schon bei früheren Erhöhungen ähnlich – das Muster würde sich jetzt wohl einfach wiederholen.
Lungenfacharzt Bernd Lamprecht vom Linzer Kepler Klinikum sieht in der neuen Teuerungsrunde trotzdem einen Hebel: Bei eingefleischten Rauchern würden "solche moderaten" Preissprünge allein zwar wohl nicht reichen, um sofort aufzuhören.
Bei Jugendlichen könne der höhere Preis aber sehr wohl bremsen: "Durch begrenzt verfügbares Geld können sie vom Einstieg abgehalten werden", erklärte er gegenüber "Heute". Auch bei Langzeitrauchern könnten teurere Tschick Rauchstopp-Versuche gefördert oder den Konsum zumindest einschränken. Erhöhungen allein seien aber kein Wundermittel, "das muss begleitet werden".