Ob falsch geparkte Autos auf Gleisen, zähfließender Verkehr beim Abbiegen oder blockierte Haltestellen: Busse und Straßenbahnen verlieren im Alltag immer wieder wertvolle Minuten. Damit soll jetzt Schluss sein.
Mit einer neuen Beschleunigungsoffensive unter dem Motto "Mehr Tempo für Bus und Bim" gehen Stadt Wien und die Wiener Linien in die Offensive. Bis 2030 werden jährlich rund zwei Millionen Euro investiert, um Öffis konsequent schneller zu machen.
29 Straßenbahn- und 135 Buslinien werden dafür auf Herz und Nieren geprüft. Ziel: Wo stehen die Öffis im Weg? Wo stehen Autos im Weg? Und wo kann man den Verkehrsfluss endlich so drehen, dass die Bim wieder Bim sein darf – und nicht rollendes Stau-Opfer.
Geplant sind unter anderem die Ampelpriorisierung für Straßenbahnen und Busse, der Abbau von Abbiege-Konflikten mit PKW Umwandlung von Parkspuren in breitere Gehsteige und Grünflächen sowie eigene Bus- und Straßenbahnspuren auf stark belasteten Abschnitten.
Den Anfang macht die traditionsreiche Linie D. Sie verbindet auf rund zwölf Kilometern Absberggasse in Favoriten mit Nußdorf in Döbling und transportiert täglich rund 64.000 Fahrgäste quer durch die Stadt.
Für die Linie D sind über 20 Einzelmaßnahmen geplant. Das Ergebnis soll spürbar sein: bis zu drei Minuten Zeitersparnis pro Richtung – also rund sechs Minuten pro Fahrt.
"Wir nutzen jetzt die Chance, die Öffis noch konsequenter zu beschleunigen", sagt Mobilitätsstadträtin Ulli Sima (SPÖ). Die Stadt habe erstmals alle Verkehrsagenden gebündelt – und könne damit schneller entscheiden und umsetzen. "Mit der Beschleunigungsoffensive erhöhen wir nicht nur die Qualität für unsere Fahrgäste, sondern sparen dadurch auch mittel- und langfristig Betriebskosten ein", ergänzt Wiener Linien-Geschäftsführerin Alexandra Reinagl.
Nach der Linie D sollen weitere stark frequentierte Linien folgen. Das Beschleunigungspotenzial wird auf ähnlich langen und dichten Linien erhoben, wie z.B. bei den Linien 1, 2, 6, 11, 60, 71, oder O. Beim Bus stehen unter anderem die Linien 10A und 66A als Erstes auf der Agenda.