Darüber kann man nur staunen: Carolyn macht gleichzeitig 14 Studien auf der Uni in Wien! Von Politikwissenschaften über Soziologie, Astronomie und Philosophie bis hin zu VWL, IBWL, Rechts- und Sprachwissenschaften ist bei ihr alles dabei.
Warum sie sich diesen Mega-Uni-Marathon antut? Carolyn hat ein klares Ziel: Sie möchte "Interdisciplinary Scientist" (Interdisziplinärer Wissenschaftlerin) werden. Für ihren Berufswunsch müsse man möglichst viele Fachbereiche verstehen und miteinander verbinden können.
"Es benötigt natürlich gutes Time-Management und der Stundenplan ist eine Herausforderung", sagt die 32-Jährige zu "Heute". Ihr Studien-Alltag beginnt meist um 8 Uhr früh und endet oft erst um 18 oder sogar 20 Uhr. Möglich sei das auch deshalb, weil viele Vorlesungen mittlerweile aufgezeichnet werden.
Kaum zu glauben: Für Freunde und Freizeit bleibt der Wienerin trotzdem Zeit: "Ich habe natürlich ein Privatleben. Mit Freunden treffe ich mich meistens eher sehr spät am Abend oder am Wochenende."
„Meine Freunde sagen, dass ich durchgedreht bin - mir macht's aber Spaß!“Carolyn, 32geht hochmotiviert durchs Studium
Als wäre das alles nicht genug: Neben dem Lernen arbeitet die Wienerin außerdem noch als Studienassistentin an der Uni und übernimmt zusätzlich Studentenjobs, um sich finanziell etwas dazuzuverdienen. Rückhalt bekommt sie dabei von ihrer Familie und ihrem Partner, die voll hinter ihr stehen. "Meine Freunde sagen, dass ich durchgedreht bin", erzählt sie lachend. "Mir macht’s aber Spaß und dann freuen sie sich auch mit mir."
Doch die geplanten Uni-Einsparungen der Regierung machen der 32-Jährigen große Sorgen. "Jetzt muss ich bangen, wie die Politiker entscheiden werden", sagt sie. Besonders Studiengebühren würden ihre ganze Planung ins Wanken bringen. Denn im schlimmsten Fall kann sie sich das Studium in dieser Form nicht mehr leisten, sie müsste dann mehrere ihrer 14 Studiengänge aufgeben.
Die Unsicherheit geht für sie noch weiter. Durch die Kürzungen könnte es schon bald weniger Lehrveranstaltungen und weniger Lehrpersonal an den Unis geben, damit verbunden auch eine schlechtere Qualität der Lehre. "Ich fühle mich verunsichert und frage mich: Wie schaut die Zukunft aus?", sagt die Studentin. Sie habe das Gefühl, im Stich gelassen zu werden: "Uns Studenten wurde was versprochen, als wir begonnen haben und jetzt kann das wahrscheinlich nicht eingehalten werden."
Die Angst, ihre Pläne irgendwann aus finanziellen Gründen aufgeben zu müssen, begleitet sie dabei ständig. "Ich müsste meiner Familie dann erklären, warum ich meine Träume nicht verwirklichen kann." Aufgeben kommt für sie trotzdem nicht infrage. "Ich bin sehr motiviert", sagt sie – und genau dabei will sie bleiben.