Terror-Angriff bei Paris

Von acht Kugeln getroffen – Mädchen (12) ringt um Leben

Nach dem tödlichen Schussangriff nahe Paris wurde der mutmaßliche Täter in die Psychiatrie eingewiesen. Ein Mädchen (12) kämpft weiter um ihr Leben.
26.10.2026, 15:38
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Am Freitag (23. Oktober) kam es in den Pariser Vorstädten Trappes und La Verrière zu einem tödlichen Angriff. Ein 39-jähriger Mann soll dort aus einem Auto heraus mit einer Maschinenpistole auf mehrere Menschen geschossen haben – "Heute" berichtete.

Ein 26-jähriger Franzose kam dabei ums Leben, fünf weitere Personen wurden verletzt. Besonders schwer traf es ein zwölfjähriges Mädchen: Es wurde von acht Kugeln getroffen und befindet sich weiterhin in Lebensgefahr.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Verdächtiger unter Drogeneinfluss

Die Polizei nahm den mutmaßlichen Schützen, Kevin T., schließlich im nahe gelegenen Coignières fest. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden im Blut des Verdächtigen nach der Tat Spuren von Cannabis und Kokain festgestellt.

Wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Ermittlerkreise berichtet, soll der 39-Jährige außerdem an Schizophrenie leiden. Am Samstag wurde sein Polizeigewahrsam nach einer psychiatrischen Untersuchung aufgehoben. Einen Tag später, am Sonntag, erfolgte laut Staatsanwaltschaft die Einweisung in eine psychiatrische Einrichtung.

"Mein Kampf" in Wohnung gefunden

Bei einer Durchsuchung der Wohnung des Verdächtigen im Ort Plaisir machten die Ermittler weitere Funde. Sie stellten Gasflaschen, Zünder und einen Zeitschaltmechanismus sicher. Außerdem entdeckten sie eine Ausgabe von Adolf Hitlers "Mein Kampf", eine Bibel und einen Koran.

Auch die Eltern des 39-Jährigen sowie zwei weitere Personen aus seinem Umfeld wurden in Polizeigewahrsam genommen. Der Verdächtige war bereits zuvor strafrechtlich in Erscheinung getreten.

Macron spricht von Terroranschlag

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnete die Tat als "rassistischen Terroranschlag". Die französische Anti-Terror-Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen "Mordes im Zusammenhang mit einer terroristischen Vereinigung" aufgenommen.

Dabei wird auch untersucht, ob die Opfer wegen ihrer tatsächlichen oder vermuteten Herkunft beziehungsweise Religionszugehörigkeit angegriffen wurden.

Nach Angaben der Ermittler steht der Verdacht im Raum, dass die Tat "aufgrund der tatsächlichen oder vermeintlichen Zugehörigkeit des Opfers zu einer bestimmten angeblichen Rasse, ethnischen Gruppe, Nation oder Religion begangen wurde".

Familie erhebt Vorwürfe gegen Behörden

Nach dem tödlichen Angriff versammelten sich Hunderte Menschen zu einem Trauermarsch für den 26-jährigen Getöteten. Seine Angehörigen kritisieren insbesondere die Entscheidung, den Polizeigewahrsam des mutmaßlichen Schützen nach einer psychiatrischen Untersuchung aufzuheben.

Der Anwalt der Familie fordert eine Prüfung, ob es zu einem Versagen der Behörden gekommen ist. Schließlich sei der Verdächtige Polizei und Justiz bereits bekannt gewesen und habe offenbar über "Kriegswaffen" verfügt.

red, 26.10.2026, 15:38
Mehr zum Thema