Timmy kämpft noch ums Überleben. Doch Experten sind sich sicher: Für den Buckelwal, der bei der Insel Poel in der Ostsee liegt, gibt es kaum mehr Hoffnung. Laut einem Gutachten vom Deutschen Meeresmuseum und dem Institut für terrestrische und aquatische Wildtierforschung (ITAW) ist eine Rettung so gut wie ausgeschlossen.
Weitere Versuche, Timmy zu retten, wird es nicht geben – und das Schicksal des Wals scheint besiegelt. Aber was passiert, wenn er stirbt? Laut "20 Minuten" gibt es dafür bereits einen klaren Plan. Der Wal soll nach seinem Tod "fachgerecht entsorgt" werden.
Zuerst wollen die Fachleute herausfinden, wie Timmy überhaupt in diese missliche Lage geraten konnte. Das Gutachten legt nahe, dass das wiederholte Stranden auf ein ernstes Gesundheitsproblem hindeutet. Um das zu klären, wird der Kadaver wissenschaftlich untersucht. Dabei nehmen die Forscher sowohl den Körper als auch die Organe genau unter die Lupe.
Tom Bär vom Deutschen Meeresmuseum erklärt gegenüber "T-online": "Dabei werden sowohl der Körper als auch die Organe untersucht und beprobt." So soll festgestellt werden, ob Timmy krank war und welche Rolle das Netz spielte, das in seinem Maul hing. Das Meeresmuseum in Stralsund hat übrigens schon Interesse am Skelett angemeldet.
Nach der Untersuchung übernimmt die Firma SecAnim, die auf Tierbeseitigungen spezialisiert ist. Ein Sprecher sagte zu "T-online.de", dass sie wohl damit rechnen, "die anschließende fachgerechte Entsorgung des Walkörpers zu übernehmen".
Nach der Entnahme des Skeletts wird Timmy ohnehin schon "weitestgehend zerlegt" sein. Die Überreste werden dann mit Spezialfahrzeugen ins etwa 130 Kilometer entfernte Malchin im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gebracht. Dort wird der Wal weiterverarbeitet.
Weitere Untersuchungen am Wal sind dann nicht mehr vorgesehen, schreibt "Focus.de". Das wäre nur nötig, wenn eine Seuchengefahr bestünde – das ist laut einem Sprecher aber nicht der Fall. Auch das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern bestätigt: Das Wasser rund um den Wal hat "Badewasserqualität", wie es in einer Mitteilung heißt.
Am Ende wird aus Timmys Überresten entweder ein CO2-neutraler Brennstoff für Kraftwerke und die Zementindustrie oder hochwertiger, umweltfreundlicher Biodiesel hergestellt.