Nach Zusammenbruch

Wegen Kompany: "Ekelt mich ein Stück weit an"

Der Zusammenbruch von Bayern-Trainer Vincent Kompany sorgt weiter für Diskussionen. Jetzt kritisiert ein ehemaliger Münchner-Sportboss die Situation.
28.10.2026, 19:13
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Matthias Sammer (59) hat nach dem Zusammenbruch von Bayern-Trainer Vincent Kompany (40) genug von der öffentlichen Debatte. Der ehemalige Bayern-Sportvorstand kritisiert den Umgang mit Trainern. Dass ausgerechnet nach einem gesundheitlichen Zwischenfall plötzlich große Anteilnahme gezeigt wird, stößt dem Europameister von 1996 sauer auf.

"Unsere Trainer sind auch nur Menschen. Und mein Gedanke war: Jetzt passiert eine Anteilnahme, die ekelt mich ein Stück weit an", erklärte Sammer bei Sky.

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"Trainer hat gefälligst gesund zu sein"

Dabei richtet sich seine Kritik nicht gegen die Genesungswünsche für Kompany. Vielmehr stört Sammer, dass Fußballtrainer in der Öffentlichkeit häufig anders behandelt werden als andere Menschen.

"Wie viele Menschen da draußen erleben aktuell vielleicht Ähnliches mit einem Virus, mit einem Zusammenbruch, mit Krankheit, in der Hoffnung, dass das alles nichts Schlimmes ist? Aber wir gehen davon aus, der Trainer von Bayern München hat gefälligst immer gesund zu sein."

Der 59-Jährige fordert deshalb einen anderen Umgang mit den Verantwortlichen an der Seitenlinie. "Wir arbeiten uns viel zu sehr an Trainern ab und sind dann plötzlich echauffiert, dass da mal einer umkippen kann, dass es dem nicht so gut geht."

Sammer nimmt Vereine in die Pflicht

Kompany war am vergangenen Freitag nach dem Training der Bayern-Profis zusammengebrochen, als er eine Einheit der zweiten Mannschaft beobachtete. Der Belgier befindet sich seither in medizinischer Betreuung.

Für Sammer zeigt der Vorfall, wie wichtig es ist, Trainer rechtzeitig vor Überlastung zu schützen. Besonders die hohe Verantwortung und die oftmals unterschätzte Einsamkeit im Trainerberuf bereiten ihm Sorgen.

"Ist aber auch ein Punkt, intern zu sagen, den Trainer in einer Konstellation, wie wir sie gerade haben, besser zu schützen", betonte der frühere Bayern-Funktionär.

Positives Update zu Kompany

Immerhin gibt es aus München vorsichtig positive Nachrichten. Co-Trainer Aaron Danks, der Kompany derzeit vertritt, besuchte den Belgier im Krankenhaus und berichtete anschließend über dessen Zustand.

"Er ist in guter Stimmung. Es sieht so aus, dass es jeden Tag besser wird", erklärte Danks.

Wann Kompany wieder auf die Trainerbank zurückkehren kann, ist allerdings weiterhin offen. Es gebe derzeit "keine großen Prognosen". "Er ist sehr ruhig und bekommt alle Zeit, sich zu erholen", ergänzte Danks.

red, 28.10.2026, 19:13