Wer während eines Österreich-Spiels einen Blick auf den Wasserverbrauch wirft, erkennt ein bemerkenswertes Muster: Während des laufenden Spiels bleibt der Verbrauch vergleichsweise stabil. Kaum unterbricht der Schiedsrichter jedoch die Partie, schnellen die Werte nach oben. Wie Daten der Stadt Wien zeigen, sind rund um die großen Unterbrechungen deutliche Ausschläge sichtbar. Offenbar nutzen viele Fans genau dieselben Momente, um schnell aufs WC zu gehen.
Besonders markant fällt der Anstieg in der Halbzeitpause aus: Nach 45 Minuten Hochspannung hält es viele Zuschauer nicht mehr auf der Couch. Binnen weniger Minuten steigt der Wasserverbrauch deutlich an. Ein Hinweis darauf, dass tausende Menschen zeitgleich Wasserhähne und Toilettenspülungen benutzen. Auch während der dreiminütigen "Hydration Break", einer festen Trinkpause pro Partie, erkennt man kleinere, aber klar sichtbare Anstiege.
Kaum beendet der Schiedsrichter die Partie, folgt die nächste Verbrauchswelle. Während die einen das Ergebnis diskutieren, zieht es viele Fans noch einmal ins Badezimmer. Die Daten zeigen, wie sehr Großereignisse das Verhalten der Bevölkerung beeinflussen können. Was auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, wird in den Verbrauchskurven plötzlich sichtbar.
Für Experten sind solche Ausschläge nichts Neues. Bereits bei großen Fußballturnieren oder anderen TV-Ereignissen wurden ähnliche Effekte beobachtet. Wenn Millionen Menschen gleichzeitig fernsehen und auf dieselben Spielunterbrechungen reagieren, hinterlässt das sogar Spuren im Wasserverbrauch.
Österreichs Fußballfans fiebern nicht nur gemeinsam mit dem Nationalteam mit – sie gehen offenbar auch fast gleichzeitig aufs Klo.