Sonderkoordinator für Ukraine:

"Wenn wir warten, bis Frieden ist, dann ist es zu spät"

Österreichs Sonderkoordinator Anzengruber sieht große Chancen für heimische Betriebe beim milliardenschweren Wiederaufbau der Ukraine.
Newsdesk Heute
28.04.2026, 19:25
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Der Wiederaufbau der Ukraine wird zur Mega-Aufgabe – und zur riesigen Chance für die Wirtschaft. Nach mehr als vier Jahren Krieg werden die Kosten aktuell auf mindestens 588 Milliarden Dollar geschätzt. Nur ein Fünftel davon fließt in die Reparatur der Schäden, der Großteil geht in neue Projekte bis 2030.

Da geht es laut "Kurier" etwa um die Erneuerung der Infrastruktur, den Ausbau Lembergs zum Logistik-Hub, der Umstellung auf europäische Schienenbreite im Bahnverkehr oder die Umstrukturierung der Energiewirtschaft – und das ist nur eine kleine Auswahl.

Österreich will hier kräftig mitmischen. Rund 250 heimische Unternehmen arbeiten laut dem Sonderkoordinator Wolfgang Anzengruber bereits an konkreten Plänen. Einige sind sogar schon vor Ort aktiv. "Wenn wir warten, bis Frieden ist, ist es zu spät. Jetzt werden die Claims abgesteckt", sagt er. Der Kampf um Aufträge ist längst angelaufen.

Internationale Konkurrenz ist groß

Denn auch andere Länder schlafen nicht: Firmen aus China, Japan, Südkorea, Kanada und dem Rest Europas sichern sich bereits Positionen. Für Österreich geht es daher nicht nur um Kontakte, sondern auch um Absicherungen, Finanzierungen und stabile Partnerschaften.

Erste Erfolge zeigen sich bereits: Die Exporte in die Ukraine sind im Vorjahr um 16 Prozent gestiegen. Damit schreibt Österreich hier erstmals seit Jahren wieder ein Plus in der Handelsbilanz.

Besonders gefragt sind Know-how und Technik beim Umbau der Infrastruktur, im Wohnbau, in der Landwirtschaft und im Gesundheitsbereich. Ein Schwerpunkt liegt auf Energie: Die Ukraine will weg von großen, leicht angreifbaren Kraftwerken hin zu dezentralen Lösungen und erneuerbarer Energie. Vor allem beim Grünen Wasserstoff sieht Anzengruber, selbst ehemaliger Verbund-Chef, große Chancen für österreichische Firmen.

"Österreich kann viel lernen"

Vier Mal war der Koordinator zuletzt selbst im Kriegsgebiet. Dabei habe er erlebt, wie widerstandsfähig die Menschen sind. "Österreich kann einiges von der Ukraine lernen; etwa bei Resilienz und IT", sagt er.

Auch unter Luftalarm und in Schutzräumen gehe der Alltag weiter. Gleichzeitig bereiten sich viele schon auf den nächsten Winter unter russischem Beschuss vor – ein Zeichen, wie sehr der Krieg das Leben bestimmt.

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