Tierische Inventur

Wie viele "Psychedelischen Felsengeckos" leben in Wien?

Eigentlich weiß man im Tiergarten Schönbrunn immer um die Anzahl der Tiere, doch einmal pro Jahr muss man zumindest symbolisch Inventur machen.
06.03.2026, 06:04
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Okay, bei den Insekten und Fischerln werden selbst die Tierpfleger "überschlagen", aber im Grunde weiß man im Tiergarten Schönbrunn immer zu jedem Zeitpunkt ganz genau, wie viele Schützlinge vom Elefanten bis zur Stabheuschrecke gerade betreut werden. Einmal jährlich wird aber trotzdem eine Bestandsaufnahme oder Inventur aller tierischen Bewohner durchgeführt.

Symbolisch mit dem guten alten Klemmbrett

Auch wenn in den einzelnen Revieren das ganze Jahr über detaillierte Listen zum Tierbestand geführt werden, müssen die Daten für die Jahresbilanz in den sogenannten "Institutional Collection Plan (ICP)" übertragen und ausgewertet werden.

„Der ICP ist ein wichtiges Werkzeug jedes wissenschaftlich geführten Zoos. Jede Tierart erfüllt bestimmte Kriterien: Sie kann stark gefährdet sein, einen hohen edukativen Wert haben, mit Artenschutz- oder Forschungsprojekten verknüpft sein oder als Flaggschiffart einen ganzen Lebensraum repräsentieren. Der ICP hilft uns, unseren Tierbestand langfristig zu entwickeln“
Dr. Stephan Hering-HagenbeckTiergartendirektor

Im ICP ist außerdem festgehalten, ob es für die Tierart ein Erhaltungszuchtprogramm gibt und welchen Gefährdungsstatus sie laut der Roten Liste der Weltnaturschutzunion, IUCN und laut der Roten Liste Österreich aufweist.

Bestandsaufnahme:

Im Tiergarten leben 6.239 Tiere aus 502 verschiedenen Arten und Haustierrassen. Darunter befinden sich mehrere Neuzugänge, etwa die von der Ausrottung bedrohten Onager, das Große Panda-Paar und die bedrohten Goldtakine.

Die zwei Kollegen auf der Schulter nicht vergessen.
Daniel Zupanc

Neu hinzugekommen sind obendrein stark gefährdete Psychedelische Felsengeckos, die – wie manche andere Arten – für die wichtige Erhaltungszucht ausschließlich hinter den Kulissen gehalten werden. "Unser Tierbestand ändert sich immer wieder, etwa, wenn Anlagen umgebaut oder neu konzipiert werden. Dabei kommen neue Arten dazu, andere werden abgegeben", so Rupert Kainradl, MSc, zoologischer Abteilungsleiter.

Es keucht und fleucht in Wien:

Wirbeltiere: 382 Arten / 5552 Individuen

Säugetier: 82 Arten / 621 Individuen

Vögel: 61 Arten / 677 Individuen

Reptilien: 77 Arten / 801 Individuen

Amphibien: 27 Arten / 611 Individuen

Fische: 135 Arten / 2842 Individuen

Wirbellose: 120 Arten / 687 Individuen

Ganz besonders dürfen Besucher auf das Regenwaldhaus gespannt sein, das mit neuem Konzept und neuen Arten für den bedrohten Regenwald sensibilisieren soll. Mit dem im Vorjahr eröffneten Artenschutzhaus wurden zahlreiche beschlagnahmte Arten erstmals vor den Vorhang geholt, die bis dahin hinter den Kulissen gehalten wurden.

Hier machen besondere Zuchterfolge die Bemühungen des Tiergartens in der Erhaltungszucht sichtbar: Bei den Vosseler-Zweihornchamäleons, den Nguru-Zwergchamäleons und weiteren Chamäleonarten wurde mittlerweile die sogenannte F2-Generation erreicht. Das bedeutet, dass die erste Generation an Chamäleons, die im Tiergarten geschlüpft sind, selbst erfolgreich für Nachwuchs gesorgt hat – ein wichtiger Schritt für den langfristigen Erhalt dieser Arten.

{title && {title} } tine,red, {title && {title} } 06.03.2026, 06:04
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