Wer in Österreich in Aktien investiert, hat je nach Bundesland unterschiedlich viel Geld an der Börse liegen. Das zeigt eine neue Analyse des Online-Brokers Flatex. Dafür wurden die Portfolios von rund 420.000 österreichischen Anlegern ausgewertet. An der Spitze liegt Wien, am Ende die Steiermark.
Wiener haben durchschnittlich 41.478 Euro in Aktien investiert. Damit liegen sie klar über dem österreichweiten Schnitt von 38.229 Euro. Auch Niederösterreich kommt mit 40.009 Euro auf einen Wert über dem Durchschnitt. Am anderen Ende des Rankings findet sich die Steiermark. Dort beträgt die durchschnittliche Portfoliogröße lediglich 29.662 Euro.
Zwischen Wien und der Steiermark liegen damit 11.816 Euro. Auch Kärnten bleibt mit durchschnittlich 30.791 Euro deutlich unter dem Österreich-Schnitt. Das Burgenland kommt auf 32.905 Euro, Vorarlberg auf 33.690 Euro und Salzburg auf 34.204 Euro. Tirol liegt mit 34.478 Euro knapp darüber, Oberösterreich erreicht 37.277 Euro.
Bei den beliebtesten Aktien gibt es österreichweit eine große Gemeinsamkeit: Nvidia steht in allen neun Bundesländern an der Spitze, gemessen am investierten Anlagevolumen. Der US-Konzern entwickelt unter anderem Grafikprozessoren und Chipsätze, die etwa bei künstlicher Intelligenz eine wichtige Rolle spielen.
Auf den weiteren Plätzen zeigen sich regionale Unterschiede. In Wien, Niederösterreich, der Steiermark, Tirol und Vorarlberg folgt Alphabet. In Oberösterreich landet Microsoft auf Platz zwei. Salzburgs Anleger setzen hingegen auf Palfinger, ein Unternehmen aus dem eigenen Bundesland. Im Burgenland liegt die OMV vorne hinter Nvidia. In Kärnten folgt Shell.
Auch im österreichweiten Ranking der 25 meistinvestierten Aktien finden sich heimische Unternehmen. Die OMV liegt auf Platz sechs, AT&S auf Rang 15 und Wienerberger auf Platz 17. Bajaj Mobility, früher Pierer Mobility, schafft es auf Platz 24.
Internationale Technologieunternehmen prägen die Portfolios weiterhin deutlich. Laut flatex sind 17 der 25 beliebtesten Aktien im österreichweiten Ranking Tech-Unternehmen. Gleichzeitig zeigt die Auswertung, dass österreichische Firmen für viele Anleger eine Rolle spielen.
Tobias Spreiter, Head of flatex, erklärt die regionalen Unterschiede unter anderem mit Einkommen, dem Finanzangebot und der Altersstruktur. In Wien träfen hohe Einkommen, ein dichtes Finanzangebot und eine junge, digitalaffine Bevölkerung aufeinander. In stärker ländlich geprägten Bundesländern seien die Portfolios im Vergleich kleiner.
Die Analyse zeigt allerdings nur die durchschnittliche Höhe der Aktienportfolios. Sie sagt nicht aus, wie viele Menschen in einem Bundesland überhaupt investieren, wie hoch deren Einkommen oder Vermögen ist oder wie breit ihre Geldanlagen insgesamt gestreut sind. Auch lässt sich daraus nicht ableiten, ob die Unterschiede allein auf den Wohnort zurückzuführen sind.