Weltweit auf Platz 16

Studie zeigt: So reich sind die Österreicher wirklich

Heimische Haushalte häufen immer mehr Vermögen an. Wie viel das ist und wie wir im internationalen Vergleich dastehen, zeigt ein neuer Allianz-Report.
Team Wirtschaft
29.09.2026, 19:44
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Das Brutto-Geldvermögen der heimischen Privathaushalte kletterte 2025 um 5,0 Prozent auf den Rekordwert von 968,6 Milliarden Euro. Das zeigt der aktuelle "Global Wealth Report" der Allianz zeigt. Damit wuchs Österreich schneller als der westeuropäische Schnitt (4,5 Prozent), blieb aber hinter der weltweiten Entwicklung von +8,6 Prozent zurück.

Historische Trendwende beim Sparverhalten

Ausschlaggebend für das Vermögensplus war ein Wandel in den Veranlagungsgewohnheiten. Während die klassischen Bankeinlagen nur noch 37,3 Prozent des Portfolios ausmachen – ein historischer Tiefstand, erreichte der Wertpapieranteil mit 46,2 Prozent ein Allzeithoch. Zum Vergleich: Im westeuropäischen Schnitt liegt der Wertpapieranteil bei lediglich 36,8 Prozent.

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Insgesamt sparten die Österreicher im Vorjahr 27,8 Milliarden Euro neu an – der zweithöchste Wert der Geschichte nach dem Rekordjahr 2024. Mehr als die Hälfte dieses Geldes (53,0 Prozent bzw. 14,8 Milliarden Euro) floss direkt in Wertpapiere: 7,6 Milliarden in Investmentfonds, 5,8 Milliarden in sonstige Wertpapiere, 1,4 Milliarden in Aktien selbst.

Im Jahr davor hatten heimische Haushalte unterm Strich noch mehr Aktien abgestoßen als gekauft. "Das Allzeithoch an Wertpapieren zeigt, dass die Menschen in Österreich renditeorientierter anlegen. Das ist ein positives Signal für den langfristigen Vermögensaufbau", betont Daniel Matić, CEO der Allianz Österreich. Nun gelte es, diesen Schwung auch in die private Altersvorsorge mitzunehmen, da Versicherungen und Pensionen mit einem Plus von 1,5 Prozent weiterhin nur verhalten wachsen.

Teuerung frisst Vermögenszuwächse auf

Trotz der nominalen Rekordsummen bleibt ein herber Dämpfer: Die Inflation hat nämlich tiefe Spuren hinterlassen. Zieht man die Teuerung ab, wuchs das heimische Geldvermögen im vergangenen Jahr real nur um magere 1,4 Prozent.

Zusätzlich zeigt die Studie: Seit 2019 stieg die reale Kaufkraft des Geldvermögens um gerade einmal 1,7 Prozent – etwa mehr als in Westeuropa mit +0,5 Prozent, aber weit weniger als im globalen Durchschnitt (+23 Prozent). Im Vergleich zum Allzeithoch von 2021 liegt die Kaufkraft sogar noch immer um 8,1 Prozent niedriger. Der Inflationsschock der vergangenen Jahre ist für Österreichs Sparer somit keineswegs überwunden.

Platz 16 im weltweiten Ranking

Auf der Passivseite zeigen sich Österreichs private Haushalte diszipliniert. Die Verbindlichkeiten stiegen lediglich um 0,9 Prozent auf 218,9 Milliarden Euro, die Hypothekendarlehen gingen sogar um 0,6 Prozent zurück.

Das Netto-Geldvermögen – also Erspartes abzüglich aller Schulden – steig dadurch um 6,3 Prozent auf 749,7 Milliarden Euro. Die Verschuldungsquote sank von 23,5 auf 22,6 Prozent.

Im weltweiten Ranking liegt Österreich beim Netto-Geldvermögen mit durchschnittlich 82.260 Euro pro Kopf auf Platz 16. Damit lassen wir Länder wie Frankreich (Platz 17, 77.940 Euro) oder Großbritannien (Platz 18, 72.200 Euro) hinter uns. Grund für das gute Abschneiden: Die Österreicher haben vergleichsweise wenig Schulden (24.020 Euro pro Kopf).

Auf Platz 1 der reichsten Länder stehen die USA mit 296.950 Euro Netto-Vermögen pro Kopf, gefolgt von der Schweiz (275.980 Euro) und Dänemark (197.510 Euro). Unser Nachbar Deutschland landet mit 91.780 Euro auf Rang 12. Spannendes Detail bei den Schweizern: Sie haben zwar vor Abzug der Kredite das meiste Geld auf der hohen Kante (406.060 Euro), schleppen mit 130.080 Euro aber auch den größten Schuldenberg der Welt mit sich herum.

Geldvermögen stieg auf 268,4 Billionen Euro

Was der Report auch zeigt: Weltweit stieg das Geldvermögen 2025 um 8,6 Prozent auf die neue Rekordmarke von 268,4 Billionen Euro an. Rund vier von fünf Euro des Zuwachses resultierten aus Wertsteigerungen an den globalen Aktien- und Finanzmärkten. Für das Jahr 2026 rechnet Allianz Research mit einem weiteren globalen Vermögenswachstum von rund 9 Prozent.

Wer sich unter diesem Wert nichts vorstellen kann: Mit 268,4 Billionen ließen sich die 500 größten Konzerne der Welt wie Apple, Microsoft oder Nvidia kaufen – und man hätte immer noch Billionen auf der hohen Kante. Oder: Man könnte jedem der rund 8,3 Milliarden Menschen – vom Neugeborenen bis zum Greis – rund 32.500 Euro bar auf die Hand geben.

tmw,29.09.2026, 19:44
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