Der Zinsaufwand für die Schulden wird immer teurer, hat sich in einem Jahr mehr als verdoppelt: 133,4 Millionen Euro Zinsen musste die Stadt Wien im Jahr 2024 alleine an Zinsen zahlen – mehr als doppelt so viel wie 2023. Damals waren es laut Rechnungsabschluss der Stadt Wien bzw. dem Finanzschuldenbericht 59,4 Millionen Euro. Im Jahr 2022 wurden laut Finanzschuldenbericht 24,91 Milliarden Euro an Zinsen gezahlt. Die Statistik zeigt: Der Zinsaufwand steigt jedes Jahr enorm an.
Laut Zahlen der Stadt Wien werden heuer 3,25 Milliarden Euro neue Schulden aufgenommen, fast eine Milliarde mehr als ursprünglich angenommen. Für 2026 sind weitere 2,63 Milliarden Euro Schulden prognostiziert. Der Schuldenstand beträgt aktuell 15 Milliarden Euro, Ende nächsten Jahres könnten es insgesamt schon mehr als 17 Milliarden Euro sein.
Zähle man die Schulden von Wiener Wohnen, Wien Kanal und dem Wiener Gesundheitsverbund hinzu, könnte die Stadt Wien Ende 2026 sogar einen Schuldenrucksack von über 20 Milliarden Euro schultern müssen, befürchtet die ÖVP Wien.
Diese kritisiert die Finanzpolitik der Stadt Wien scharf. "Die SPÖ-Neos Stadtregierung hat viele Jahre über ihre Verhältnisse gelebt – jetzt wird die Rechnung präsentiert. SPÖ und Neos greifen direkt auf das Gehalt der Wienerinnen und Wiener zu, um die Zinsen der Schulden zu bezahlen", so VP-Wien-Chef Markus Figl. Gemeint ist die Erhöhung des Wohnbauförderungsbeitrags. "Wir sprechen uns klar gegen diese Leistungs-Steuer aus", so Figl.
Es fließe mehr Geld in das Finanzressort der Stadtregierung als in die Bildung, so VP-Klubobmann Harald Zierfuß. "Jeder zusätzliche Euro, der in Zinsen fließt, fehlt für Schulen, Kindergärten und soziale Projekte. Ohne mutige Reformen droht Wien in eine Spirale aus steigenden Schulden und wachsenden Belastungen für die Bevölkerung zu geraten."
Die Stadt Wien beruhigt auf Anfrage von "Heute". "Welche Höhe der Zinsaufwand im Jahr 2025 haben wird, hängt von der Entwicklung im laufenden Budgetjahr – welches noch nicht zu Ende ist – sowie zusätzlich von den Bedingungen ab, die durch den Österreichischen Stabilitätspakt vorgegeben werden", heißt es dazu aus dem Büro von Finanzstadträtin Barbara Novak (SP). "Diese geben den Spielraum für die Finanzierung und damit einhergehend die Zinskosten vor." Je nach deren Ausgang können die Zinskosten stark variieren.
Grundsätzlich gelte: "Die Finanzierung muss der Leistung folgen, und wir nutzen alle Möglichkeiten für eine vergünstigte Finanzierung, etwa über die Österreichische Bundesfinanzierungsagentur", so ein Sprecher von Barbara Novak.