Wie 20 Minuten berichtet, haben die Fachleute an der Unfallstelle eine gebrochene Verbindung an den Schienen entdeckt. Noch ist offen, ob dieser Schaden der Auslöser für die Katastrophe war oder erst durch die Entgleisung entstanden ist.
Die Ermittler gehen mittlerweile nicht mehr davon aus, dass Sabotage im Spiel war. Laut den Experten hätte ein gezielter Schnitt mit einem Werkzeug dazu geführt, dass die Lok des Iryo-Zuges sofort entgleist wäre – und nicht erst die hinteren Waggons. Auch menschliches Versagen gilt als ausgeschlossen: Beide Lokführer hielten sich an die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten. Der Iryo-Zug war mit 205 km/h unterwegs, der entgegenkommende Alvia mit 210 km/h. Erlaubt wären in diesem Streckenabschnitt sogar bis zu 250 km/h.
Zwischen dem Entgleisen der letzten drei Waggons des Iryo-Zuges und dem Zusammenstoß mit dem entgegenkommenden Zug lagen gerade einmal 20 Sekunden. Das war zu wenig Zeit für das installierte Sicherheitssystem LZB. Dieses System kann zwar bei einem Hindernis eine Notbremsung auslösen, braucht aber mindestens 20 Kilometer Vorlauf, damit es richtig wirkt.
Die Bahnstrecke zwischen Madrid und Sevilla wurde bis Mai 2025 für 700 Millionen Euro modernisiert. Die Arbeiten an den Weichen in Adamuz waren erst im Oktober 2023 abgeschlossen. Trotzdem meldeten Ingenieure und Lokführer schon davor "Vibrationen und seltsame Geräusche" genau in diesem Bereich. Bei der Inspektion fand die Guardia Civil zerstörte Schwellen und Lücken in den Schienen.
Bis Montagabend ist die Zahl der Todesopfer auf 40 gestiegen, über 150 Menschen wurden verletzt. Die Identifizierung der Opfer läuft über DNA-Analysen und Fingerabdrücke. Verkehrsminister Óscar Puente kündigte laut "El País" an, dass die Strecke voraussichtlich am 2. Februar wieder freigegeben wird.