Eigentlich sieht die kleine "Neuwelt-Schraubenwurmfliege" total harmlos aus und unterscheidet sich optisch kaum von unserer Stubenfliege, doch während unser "Puck" seine Eier in Kot, Mist und Müll ablegt, bevorzugt die Schraubenwurmfliege Körper- und Wundöffnungen lebender Tiere und Menschen. Schlüpfen dann die Larven, ernähren sie sich vom Gewebe. Na, g'schmackig!
Auf dem amerikanischen Kontinent dürfte sich das Viecherl nun wieder auf dem Vormarsch befinden, obwohl es in den 60er Jahren ziemlich erfolgreich ausgerottet schien. In Mexiko wurden seit November 2024 mehr als 27.000 Fälle nachgewiesen, weshalb die USA seit über einem Jahr die Viehimporte von Rindern aus Mexiko aussetzen. Offenbar kam es aber trotzdem zur Ausbreitung, denn auch in Texas wurde jetzt bei einem Kalb der Nachweis für die Schraubenwurmfliege erbracht.
Die Fliegen legen ihre Eier in offene Wunden, aber auch in kleine Verletzungen wie Zeckenbisse, Kastrations- oder Enthornungswunden. Nach dem Schlüpfen fressen die Larven im Gegensatz zu vielen anderen Madenarten lebendes Gewebe. Die Wunde wird dadurch immer größer und zieht weitere Fliegen an, die erneut Eier ablegen.
Bei Kälbern und schwächeren Tieren können unbehandelte Fälle innerhalb von zwei bis drei Wochen zum Tod führen.
Nachdem klar war, dass es sich um diese besonderen Parasiten-Larven handelt, wurde sofort eine 20 Kilometer große Sperrzone rund um die betroffene Rinderfarm verhängt. Für die Landwirtschaft ist dies ein ordentlicher Dämpfer, da man mit großen wirtschaftlichen Schäden rechnet, obwohl sich die US-Rinderbestände bereits auf dem niedrigsten Stand seit 75 Jahren befinden.
In den 60ern wurden sterile Fliegen ausgesetzt, die dann die Population so weit eindämmten, dass es tatsächlich zu einer Entspannung führte. Mit der gleichen Methode möchte man auch jetzt gegen die Parasiten vorgehen.