Sie standen knöcheltief, ohne Tageslicht und ohne frische Luft jahrelang im eigenen Kot: Twilight (20), Lillifee (15) und Merida (10) waren verwahrloste und misshandelte Stuten, als sie im März dieses Jahres von den deutschen Behörden in die Pferdeklappe nach Reutte gebracht wurden. Dort wurden sie von den liebevollen Mitarbeitern des Österreichischen Tierschutzvereins vorsichtig aufgepäppelt, weshalb jetzt zwei Pferdedamen bereits ausziehen dürften.
Die abgemagerten Pferde waren so verdreckt, dass man ihre richtige Farbe nur noch erahnen konnte, als man sie aus dem verdreckten und finsteren Stall herausholte.
„Ich habe so etwas noch nie gesehen. Erst nach stundenlanger Reinigung mit Schermaschinen und Metallstriegeln wurde das ganze Ausmaß der Vernachlässigung sichtbar.“Nicole MayrhoferLeiterin der Pferdeklappe in Reutte
Die Stuten waren unterernährt, hatten kaputte Hufe und litten an einem aggressiven Hautpilz. "Doch das Schlimmste war ihre spürbare Verunsicherung."
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• 50 Euro finanzieren neue Pferdedecken und Stallbedarf.
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Die Rettung war nur der Anfang, denn die Rehabilitation war aufwendig und verlangte dem Team der Pferdeklappe alles ab. "Wir haben den Hautpilz erfolgreich behandelt, die Hufe fachgerecht korrigiert und die Zähne sanieren müssen", sagt Hofleiterin Mayrhofer.
Durch regelmäßiges Training in der Führanlage sowie anschließende Bodenarbeit und Longieren bauten die Stuten wieder Muskulatur auf und gewannen langsam ihre Kraft zurück.
Nach ihren traumatischen Erfahrungen war es besonders wichtig, das Vertrauen der Stuten in den Menschen wieder aufzubauen. Sie mussten erst lernen, dass Nähe, Berührungen und der Umgang mit Menschen keine Gefahr bedeuten, sondern etwas Positives sein können. "Mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen haben wir versucht, den Stuten ihre Angst zu nehmen", sagt Nicole Mayrhofer.
Die 20-jährige KWPN-Stute "Twilight" und die 15-jährige Württemberger-Stute "Lillifee" sind inzwischen wieder gesund und voller Lebensfreude und wären sogar schon bereit für ein liebevolles Zuhause. Das 10-jährige ungarische Warmblut "Merida" braucht dagegen noch Zeit: Sie muss weiterhin lernen, bei alltäglichen Abläufen wie dem Striegeln oder Auskratzen der Hufe ihre Nervosität abzulegen.
Anfragen und weitere Informationen:
Telefonisch erreichbar ist das Team der Pferdeklappe von Montag bis Donnerstag,
08:00–12:00 Uhr unter 0662/843255 oder per Mail an [email protected].
Beide Stuten wünschen sich ein liebevolles Zuhause im Offenstall mit Weide und Unterstand oder eine Nachtbox mit täglichem Weidegang.
• Lillifee ist feinfühlig, verschmust und menschenbezogen. Sie ist motiviert bei der Bodenarbeit und ist wieder reitbar. Doch sie braucht in neuen Situationen noch mehr Sicherheit. Die Stute sucht daher einen erfahrenen, einfühlsamen Menschen an ihrer Seite.
• Twilight hat sich ebenfalls ihre liebevolle Art bewahrt. Sie ist ruhig, zuverlässig und genießt die Zeit mit Menschen. Nach einer früheren Verletzung ist sie nun lahmfrei und baut weiter Muskulatur auf.