Tierischer Killer-Stein

Forscher über Einschlag: "Dinos hatten echt viel Pech"

Forscher bestimmten erstmals die genaue Art des Dino-Killer-Meteoriten: ein seltener CO-Chondrit aus dem äußeren Asteroidengürtel.
Heute Tierisch
21.07.2026, 12:17
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Jeder weiß: Vor 66 Millionen Jahren hat ein gewaltiger Meteoriteneinschlag das Ende der Dinosaurier eingeläutet. Damals wurden 75 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten auf der Erde ausgelöscht.

Jetzt ist es einem internationalen Forscherteam aus Wien, Paris, Brüssel und Vancouver gelungen, die genaue Art des Meteoriten zu bestimmen. Sie fanden außerdem heraus, dass der Brocken aus dem äußeren Teil des Asteroidengürtels stammt.

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Schon 1980 haben der Geologe Walter Alvarez und sein Vater, der US-Physiknobelpreisträger Luis Alvarez, die Theorie aufgestellt, dass das große Aussterben durch einen Meteoriteneinschlag ausgelöst wurde. Der aufgewirbelte Staub hat das Sonnenlicht blockiert, die Erde ist schnell abgekühlt und ein weltweiter "Impaktwinter" ist entstanden.

Im Golf von Mexiko

Alvarez konnte seine These mit dem hohen Iridium-Anteil in Gesteinen der Kreide-Paläogen-Grenzschichte belegen. Dieser Wert ist nur durch den Einschlag eines riesigen Meteoriten zu erklären. Rund zehn Jahre später wurde dann der passende Einschlagskrater gefunden: 180 Kilometer Durchmesser, im Norden der Halbinsel Yucatán, im Golf von Mexiko.

Seither werden nicht nur Bohrkerne aus dem Chicxulub-Krater analysiert, sondern vor allem Schichten mit Auswurfmaterial. "Weil in diesen Auswurflagen höhere Konzentrationen an extraterrestrischem Material zu finden sind als im Krater selbst", sagt Christian Köberl von der Universität Wien, einer der Studienautoren, zur APA. Die Forscher interessieren sich dabei neben der Verteilung der Elemente immer mehr auch für deren Isotope, um die Herkunft des Einschlagkörpers besser einzugrenzen.

Besonders seltener Stein

Schon vor zwei Jahren hat ein Team mit Köberl durch Ruthenium-Isotope gezeigt, dass der Meteorit ein kohliger Chondrit war. Die meisten Meteoriten (etwa 86 Prozent) sind Chondrite – aber kohlige Chondrite, also solche mit viel Kohlenstoff, sind selten und machen nur zwei bis drei Prozent aller Meteoriten aus.

Köberl und seine Kollegen haben Nickel-Isotope in Auswurflagen rund um die Welt und die Zusammensetzung verschiedener kohliger Chondrite untersucht. Laut der Studie im Fachjournal Science Advances deutet alles darauf hin, dass der "Dino-Killer"-Meteorit ein kohlige Chondrit der Gruppe "CO" war.

„CO-Chondrite sind relativ trocken und haben wenige flüchtige Elemente und Wasser verglichen mit anderen kohligen Chondriten“
Christian KöberlUniversität Wien

Bisher dachte man, dass nach dem Einschlag vor allem die Freisetzung von flüchtigen Stoffen wie Schwefel das Klima und die Ozeane verändert hat. "Das ändert zwar nicht unsere Theorie über die Ursache des Massenaussterbens – es ist aber eher unwahrscheinlich, dass im Meteoriten enthaltenes Schwefel ausschlaggebend war", sagt Studienautor Philippe Claeys in einer Aussendung. Viel eher war der aufgewirbelte Feinstaub der Hauptgrund.

Woher der Meteorit genau kam, lässt sich nicht eindeutig sagen. CO-Chondrite kommen aber vor allem im äußeren Asteroidengürtel vor, also in der Nähe vom Jupiter. Möglich ist auch, dass er aus trümmerreichen Regionen am Rand des Sonnensystems stammt – ob damit der Kuipergürtel oder ein anderer Bereich gemeint ist, bleibt offen.

"Wenn die Bahn solcher Körper gestört wird, können sie ins innere Sonnensystem abgelenkt werden und auch die Erde treffen", erklärt Köberl. Der Meteorit, der die Dinosaurier und viele andere Arten ausgelöscht hat, stammt laut Köberl aus dem frühen Sonnensystem und "gehört zu den ältesten Objekten, die seit ihrer Entstehung unverändert übergeblieben sind, also nicht aufgeschmolzen oder thermisch umgewandelt wurden". Deshalb nennt man sie auch "primitive Meteorite".

"Von so einem seltenen, weit entfernten Projektil getroffen zu werden, unterstreicht wirklich, wie viel Pech die Dinosaurier hatten", sagt Claeys. Der Meteorit dürfte 10 bis 15 Kilometer breit gewesen sein und die Erde mit 64.000 km/h getroffen haben.

{title && {title} } red, {title && {title} } 21.07.2026, 12:17