Schon der erste Fall in der Justizanstalt Hirtenberg (NÖ) sorgt für Aufregung: Ein 30-Jähriger sollte am 3. Dezember 2025 von Hirtenberg (Bezirk Baden) in die Psychiatrie nach Baden überstellt werden, die Amtshandlung entglitt sechs Justizwachebeamten aber offenbar völlig.
Der Häftling erlitt schwere Kopfverletzungen. Am Weg ins Spital mit dem Kleinbus bemerkten Beamte, dass sich der 30-Jährige nicht mehr rührt, Reanimationen folgten, im Krankenhaus in Eisenstadt (Bgld.) starb der Häftling schließlich im Schockraum.
Insgesamt wird jetzt gegen zwölf Justizwachebeamte ermittelt, es gilt die Unschuldsvermutung. Ermittelt wird wegen des Verdachts der Körperverletzung mit tödlichem Ausgang unter Ausnützung einer Amtsstellung. Das endgültige Obduktionsergebnis ist noch immer nicht da.
Laut "Heute"-Infos gibt es nun einen zweiten Todesfall mit ebenfalls mysteriösen Umständen – der Fall datiert von Ende August 2025: Ein Sexualstraftäter mit irischer Staatsbürgerschaft sollte zur Auslieferung von der Justizanstalt Salzburg nach Wien gebracht werden. Während der Fahrt soll sich der Mann Drogen eingeworfen haben, sein Zustand verschlechterte sich, er kollabierte und kam ins Krankenhaus nach Mödling.
Die Bewachung in der Nacht übernahmen Beamte der Justizanstalt Wr. Neustadt, Kollegen von der Justizanstalt Hirtenberg wurden abends gegen 22 Uhr darüber informiert, dass am nächsten Tag eine sogenannte "Klinikbewachung" für besonders gefährliche Personen durchzuführen sei. Am nächsten Tag folgte der Dienstwechsel – wie im aktuellen Fall soll der Mann mit Hand- und Fußfesseln gesichert gewesen sein.
Nach der Aufwachphase am 27. August 2025 sollte der Häftling in die Justizanstalt Josefstadt in Wien verlegt werden. Der Häftling wollte dies nicht, wehrte sich während der Fahrt im Transporter, versuchte mehrmals seinen Gurt zu öffnen. Beamte sicherten den Mann.
In der Justizanstalt Josefstadt folgten zuerst Diskussionen wegen der Übernahme, ein Einsatzteam der Wiener Justizanstalt übernahm dann doch den Häftling, die Beamten aus Hirtenberg konnten abziehen.
Der Häftling bezog noch die Zelle, rund 30 Minuten nach dem Transport starb der Ire im Haftraum der Justizanstalt Josefstadt. Ermittlungen um die Umstände verliefen im Sande, das Verfahren wurde eingestellt.
FPÖ-Sicherheitssprecher und Nationalrat Christian Lausch dazu: "Es müssen endlich Body-Cams eingesetzt werden - da ist Ministerin Sporrer schwer säumig. Denn dann wäre alles klar, wie die Verletzungen passiert sind. Und der zweite Todesfall ist wieder mal der akuten Personalnot und dem massiven Überbelag geschuldet. Überstundenerlässe, Einsatztruppentrainings werden einfach eingespart. Und wann wird das forensische Zentrum Göllersdorf endlich ausgebaut, dort wären jene beiden Häftlinge sicherlich besser untergebracht gewesen."